Was es mir bedeutet, zwei dunkelhäutige Asiatinnen in Bridgerton zu sehen

Foto: bereitgestellt von Netflix.
Simone Ashley und Charithra Chandran.
Der Tag, auf den wir alle schon so lange warten – der 25. März, an dem die zweite Staffel von Bridgertonauf Netflix erscheint –, ist zum Greifen nah. Endlich. Und ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich darauf freue.
Im Zentrum der neuen Staffel steht die neue Protagonistin, Kate Sharma, gespielt von Simone Ashley aus Sex Education. Als Ashleys Besetzung letztes Jahr im Februar bekannt gegeben wurde, wurde das als wichtiger Moment in der Repräsentation südasiatischer Frauen im Fernsehen gefeiert. Zurecht! Das Casting von Ashley und ihrer Serien-Schwester Edwina, gespielt von der britisch-indischen Darstellerin Charithra Chandran, bedeutet mir aber auch auf persönlicher Ebene so viel.
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Als die Tochter fidschianisch-indischer Eltern erinnere ich mich an viele Kommentare älterer Verwandter zu meiner Hautfarbe. „Du bist in der Sonne so dunkel geworden“, hieß es zum Beispiel. „Bleib in Zukunft besser mehr im Schatten.“ Und ein anderer Spruch, den ich häufig aufschnappte, wenn es um andere südasiatische Frauen in unserem Umfeld ging, war: „Hast du die Frau gesehen, die er geheiratet hat? Sie ist so dunkel.“
Meine eigene Braune Haut ist noch relativ hell, und ich erkenne an, dass das ein Privileg ist – verglichen mit vielen meiner dunkelhäutigeren südasiatischen Freund:innen, die häufig solche Kommentare zu hören bekommen. Immer wieder wird ihnen das Gefühl vermittelt, sie seien wegen ihres Hauttons „hässlich“ und „weniger wert“. 
Foto: bereitgestellt von Netflix.
Simone Ashley und Jonathan Bailey.
Die sri-lankisch-australische Schauspielerin Menik Gooneratne meint, dass die Besetzung von Ashley – einer Tochter indischer Tamile – nicht bloß ein Schritt für die südasiatische Repräsentation ist, sondern auch die schädlichen, coloristischen Schönheitsideale innerhalb der Community anfechtet. Hellere Hauttöne gelten darin als „begehrenswerter“.
„Manchmal habe ich das Gefühl, dass [wir] Südasiat:innen in der Debatte über asiatische Repräsentation vergessen werden“, meint Gooneratne gegenüber Refinery29. „Diese Art von Repräsentation– nicht nur in einer beliebten Netflix-Serie, sondern prinzipiell in einem Genre, in dem asiatische Gesichter typischerweise abwesend waren – ist unheimlich wichtig. Als jemand, die selbst schon Colorismus in dieser Branche erfahren hat, ist es wundervoll, diese Casting-Entscheidung in Bridgerton zu sehen.“
Und sie hat Recht: Wenn talentierte südasiatische Frauen in Hollywood Rollen bekommen, sind das meist hellhäutigere Schauspielerinnen – Priyanka Chopra, Deepika Padukone und Freida Pinto, zum Beispiel. Ashleys und Chandrans Besetzung in Bridgerton ist nun endlich ein Eingeständnis, dass auch südasiatische Frauen mit dunkleren Hauttönen eine Daseinsberechtigung in solchen Produktionen haben, ebenso schön sind wie hellhäutigere Frauen und es genauso verdienen, Liebe zu finden.
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Hauttonbedingte Diskriminierung gehört leider in vielen südasiatischen Communitys zur Realität und beeinflusst unter anderem in Indien bis heute die Job- und Beziehungschancen. 2019 löste ein Foto der Miss-India-Finalistinnen einen Shitstorm aus, weil alle 30 Frauen hellhäutig aussahen und ähnliche Gesichtszüge zu haben schienen.
Mindy Kalings Netflix-Serie Noch nie in meinem Leben… wurde 2020 dafür gefeiert, dass die Hauptrolle an die kanadische Schauspielerin Maitreyi Ramakrishnan – ebenfalls tamilischer Abstammung – ging. Die Besetzung von Ashley und Chandra in einem historischen Drama wie Bridgerton hebt diese Repräsentation aber nochmal auf ein „ganz neues Level“, findet Gooneratne. 
„Das in einer Serie wie Bridgerton zu sehen, hinter der keine südasiatischen Entscheidungsträger:innen stehen, die aber gleichzeitig eine der erfolgreichsten Serien in Netflix’ Geschichte ist, bringt diese Bewegung auf ein ganz neues Level“, sagt sie. „Und das ist so toll zu sehen!“
Diese Ansicht teilen auch viele Fans der Show, die die Casting-Entscheidung auf Twitter feiern.
Gooneratnes eigene Verbindung zu Bridgerton ist vielleicht nicht allen treuen Leser:innen von Lady Whistledown bekannt; die Australierin spielte in Peter Jacksons 2018er-Film Mortal Engines mit – an der Seite von Regé-Jean Page, Darsteller von Simon Hastings in Bridgertons erster Staffel. 
Letztes Jahr setzte Gooneratne ein klares Statement zu ihren eigenen südasiatischen Wurzeln, indem sie in einem traditionellen indischen Lehanga zu den Emmy Awards erschien.
Bridgertons zweite Staffel konzentriert sich auf Lord Anthony Bridgertons (Jonathan Bailey) Suche nach einer passenden Frau. Dank seiner unerreichbaren Ansprüche läuft das recht erfolglos – bis er Kate Sharma (Ashley) kennenlernt, die mit ihrer jüngeren Schwester Edwina (Chandran) gerade aus Indien nach London gezogen ist.
Als Sharma erkennt, dass es dem ältesten Bridgerton-Sohn nicht unbedingt um die wahre Liebe geht, will sie der Beziehung ein Ende setzen. Wie wir aber aus der ersten Staffel wissen, läuft in dieser Serie nicht immer alles so glatt, wie es zuerst scheint…
Staffel 2 von Bridgerton ist ab dem 25. März zum Streamen auf Netflix verfügbar.

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