Wie eine professionelle Kuschelstunde Geist & Körper heilen kann

Irgendwie ist das schon eine komische Welt, in der wir leben: Du kannst deine Brötchen mittlerweile als Influencer, Feel Good Manager, Food Stylist oder sogar als professionelle*r Kuschler*in verdienen! Jupp, richtig gelesen, es gibt Menschen, die schmusen den lieben langen Tag und kassieren dafür auch noch Geld. Für diejenigen von uns, die es nicht ganz so touchy mögen, vielleicht nicht unbedingt der Traumjob – aber für die anderen: warum eigentlich nicht?
Christina Hepburn ist eine von ihnen. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet bei Cuddlist. Ihr Angebot reicht vom Händchen halten und Umarmen bis zur Löffelchenstellung. Klamotten sind dabei zu jeder Zeit Pflicht, denn mit Sex hat das Ganze null zu tun. Neben Berührungen umfasst ihr Repertoire Atemübungen, Meditationen und Gesprächstherapie. Wie genau die 80- bis 100-minütige Session abläuft, hängt von der Kundin oder dem Kunden ab.
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Zu Christinas Lieblingsstellungen gehören zum Beispiel der “Mamabär“, “Koala im Baum“ und der “Glückskeks“. (Wie süß klingt das bitte?) Und dann gibt es noch Übungen, die ganz ohne Berührungen auskommen – wie das gegenseitige in die Augen starren. Neben Einzelsitzungen bietet sie auch Kuschelgruppen an. Dort lernst du nicht nur loszulassen und zu entspannen, sondern auch, über Grenzen zu sprechen. Du lernst, das einzufordern, was du gerade brauchst, aber auch, nein zu sagen – etwas, das gerade in der Me-too-Zeit extrem wichtig ist.
Jetzt fragst du dich sicher, welche Menschen Christina aufsuchen. Zum einen sind es Leute, die gerade erst in eine neue Stadt gezogen sind und deswegen noch nicht so viele Freund*innen haben. Aber auch Menschen, die traumatische Erlebnisse hatten oder an Angst-, Zwangs- oder Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden suchen ihre Hilfe auf. Sie alle sehnen sich nach menschlicher Nähe und wenden sich vertrauensvoll an Cuddlist.
Wie du im Video sehen kannst, ist das Ganze eine sehr intime Sache, die sehr viel mit Vertrauen zu tun hat. Und darauf musst du dich natürlich erst Mal einlassen. Doch wenn du bedenkst, welche Vorteile es für deine Gesundheit haben kann, fällt es dir vielleicht leichter, über deinen Schatten zu springen: Abgesehen davon, dass eine gute Kuschelsession deiner Seele hilft, kann sie aber auch positive Einflüsse auf deinen Körper haben. Umarmungen und Streicheleinheiten können nämlich das Immunsystem stärken, weil das “Kuschelhormon“ Oxytocin freigesetzt wird. Und dass kann wiederum die Cortisolausschüttung zu reduzieren, was das Stresslevel runterbringen kann.
Klingt vielversprechend, oder? Und das Schöne ist, wenn du jetzt neugierig bist und gern selbst mal professionell kuscheln willst, musst du noch nicht mal nach Amerika fliegen. Das Konzept gibt es nämlich mittlerweile auch in Deutschland. Bei Cuddlers findest du zum Beispiel eine Übersicht mit Städten, in denen es Kuschler*innen gibt.
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