Ich habe mein Gesicht eine Woche lang mit Mineralwasser gereinigt & das ist passiert

Wie viele Hautpflegegeheimnisse stammt auch die Mineralwassertechnik ursprünglich aus Asien – genauer gesagt aus Japan. Dank Instagram und Co. verbreitete sich der erfrischende Hype sehr schnell und mittlerweile wird er weltweit in Spas, aber auch zu Hause angewendet. Die Idee: Durch Wasser mit Kohlensäure soll die Haut von Schmutz und Unreinheiten befreit werden. Die (offensichtlichen) Vorteile: Es ist günstig, selbst für Menschen mit sensibler Haut geeignet und du kannst es in jedem Supermarkt kaufen.
So weit, so gut. Aber wie sieht es mit der Wirkung aus? Die Gründerin von Quantum Botanika, Nataliya Robinson scheint überzeugt zu sein. Sie erklärt: „Sprudelwasser ist überraschend wohltuend und erfrischend für die Haut. Es reinigt die Poren von Bakterien und Schmutz und sorgt außerdem dafür, dass sich die Haut prall anfühlt, weil sie durch die kleinen Bläschen mit Sauerstoff versorgt wird“.
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Das klingt vielversprechend, aber der Hautexperte und Mitgründer von Be For Beauty und The INKEY List Mark Curry steht dem Ganzen noch etwas skeptischer gegenüber. „Kurz gesagt wird die oxidierende, porentief reinigende Wirkung der Bläschen ein wenig übertrieben dargestellt. Meiner Meinung nach perlt Sprudelwasser nicht genügend und die Bläschen sind dementsprechend auch nicht so ergiebig. Auf der anderen Seite könnte die hohe Konzentration an Mineralien tatsächlich einen positiven Effekt auf die Haut haben“.
Zwischenfazit: Ich weiß immer noch nicht zu 100 Prozent, ob am Trend was dran ist oder nicht. Und genau deshalb wollte ich es einfach mal selbst ausprobieren. Fünf Tage lang habe ich Leitungswasser gegen Mineralwasser eingetauscht, um herauszufinden, wie beziehungsweise ob sich meine Haut verändert. Das Ergebnis verrate ich euch jetzt.
PHOTO: Courtesy of Chloe Burcham
Montag
Auf der Suche nach meinem neuen Beautywasser spaziere ich voller Vorfreude in den Supermarkt und steure direkt auf den Getränkegang zu. Ich überlege kurz, entscheide mich dann aber für die sicherste (und versnobte?) Variante: San Pellegrino. Für mein Gesicht nur das Beste oder so. Und weil ich meinen Plastik-Fußabdruck nicht unnötig vergrößern will, greife ich zur etwas teureren Glasflasche. Vielleicht sollte ich zu Hause mal googlen, wie teuer ein Soda Stream ist, wenn diese Sprudelwassermethode wirklich funktioniert.
Am ersten Abend gehe ich auf Nummer sicher und reinige meine Haut erst mit der Take the Day off Reinigungscreme von Clinique und anschließend mit dem Cleanser von Dr. Barbara Sturm. Anschließend tränke ich ein Wattepad mit Sprudelwasser und wische mir damit mein Gesicht ab. Es ist erfrischend, aber wirklich beeindruckt bin ich nicht, denn die Kohlensäurebläschen verpuffen ziemlich schnell. Aber ein Blick auf das Wattepad zeigt, dass ich trotz zweifacher Reinigung vorher noch nicht alles erwischt hatte. Und meine Haut fühlt sich danach tatsächlich belebt und supersauber an.
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PHOTO: Courtesy of Chloe Burcham
Dienstag
Für den Extra-Frischekick habe ich meine Wasserflasche über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Ich entscheide mich gegen Wattepads und spritze mir das Wasser mit meinen Händen direkt ins Gesicht. Bei dieser Technik habe ich auf jeden Fall das Gefühl, dass es effektiver ist. Meine Poren scheinen sich zusammenzuziehen und dieses Mal prickelt es auch schön auf der Haut. Ich tupfe mein Gesicht mit einem Handtuch ab und nehme es genau unter die Lupe. Die Haut sieht sauberer aus und die Poren minimiert – aber das kann auch einfach an der Kälte liegen. Noch bin ich mir nicht sicher, was ich von dem ganzen Zauber halten soll.
PHOTO: Courtesy of Chloe Burcham
Mittwoch
Am dritten Tag bin ich bereit für den Sprung ins kalte Wasser. Genauer gesagt will ich heute Mal mein komplettes Gesicht untertauchen, statt es nur zu befeuchten. Laut unzähliger YouTube-Tutorials ist das nämlich die beste Technik. Nach meiner üblichen Reinigungsroutine gebe ich abends Wasser in eine Schüssel. Ich halte die Luft an und atme unter Wasser langsam wieder aus, damit keine Kohlensäure in meine Nase sprudelt. Wirklich angenehm ist das nicht. Im Gegenteil: Es ist eher so, als würde ich ertrinken. Aber wenigstens fühlt sich meine Haut danach wieder sehr sauber an. Anschließend trage ich noch meine geliebte Nachtcreme (Elemis Pro-Collagen Overnight Matrix) auf, aber am nächsten Morgen fühlt sich meine Haut trocken an und spannt. Vielleicht ist die Untertauch-Variante einfach zu krass für meinen Hauttyp.
PHOTO: Courtesy of Chloe Burcham
Donnerstag
Mein San Pellegrino ist alle und ich muss auf eine andere Marke zurückgreifen. Nach der gestrigen Erfahrung gebe ich der Wattepadmethode noch Mal eine Chance und merke ehrlich gesagt keinen Unterschied zum Markenwasser. Meine Haut fühlt sich wieder sauber und gereinigt an und – überraschenderweise – habe ich das Gefühl, meine Poren sind weniger auffällig.
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PHOTO: Courtesy of Chloe Burcham
Freitag
Heute Abend bleibe der Wattepadtechnik treu und stelle fest: Meine Haut strahlt definitiv mehr. Die Poren um meine Nase kommen mir kleiner vor und ich scheine weniger Mitesser am Kinn zu haben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es an den Mineralien oder an der Kohlensäure liegt. Oder vielleicht daran, dass ich meine Haut jeden Tag dreifach gereinigt habe, aber sie hat sich auf jeden Fall verändert.

Mein Fazit

Jetzt zur wichtigsten Frage, ob ich Sprudelwasser ab sofort in meine tägliche Beauty-Routine integriere. Die Eintauchmethode ist nicht das Richtige für mich – so viel steht fest. Es war unangenehm, verschwenderisch und ich habe alles vollgetropft. Was ich mir jedoch vorstellen kann: Mineralwasser anstelle eines Toners. Schließlich ist es sehr günstig und meiner Meinung nach sind meine Poren wirklich kleiner geworden. Vielleicht sollte ich mir das mit dem SodaStream also wirklich noch mal überlegen.
PHOTO: Courtesy of Chloe Burcham
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