Unterschätzter Inhaltsstoff: Darum gehört Ferulasäure in deine Skincare-Routine

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich verbringe aktuell jede freie Minute an der frischen Luft – die nasskalten, ungemütlichen Herbsttage lauern schließlich schon hinter der nächsten Ecke. Doch so schön es draußen auch ist, wenn du deine Haut nicht vor äußeren Einflüssen schützt, leidet sie irgendwann darunter. Die Umwelt wirkt sich in Form von Luftverschmutzung und UV-Strahlung jeden Tag auf deine Haut aus und deswegen wird sie früher oder später wird sie fahl aussehen oder Pigmentflecken oder kleine Fältchen aufweisen. Aber verzage nicht, denn gegen all das gibt es ein Mittel: Antioxidantien, wie Vitamin C und E zum Beispiel, die deine Haut vor eben diesen Umwelteinflüssen schützen. Neben diesen sehr bekannten Hautpflege-Inhaltsstoffen gibt es aber auch noch einen anderer antioxidativen Stoff, der einen Platz im Rampenlicht verdient hat: die Ferulasäure, oder auch ferulic acid.
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Ferulasäure ist zwar keine neue Erfindung, doch im Gegensatz zu ihrem beliebten Antioxidationskollegen Vitamin C ist sie aktuell noch eine Art Geheimtipp – dabei kann sie der Wirkung deiner anderen Skincare-Produkte nochmal einen Extrakick verleihen! Wie genau solltest du Ferulasäure also in deine Routine integrieren, und was gibt es dabei zu beachten? Im Folgenden erfährst du alles über die Säure, die in deiner Hautpflege Großes bewirken kann.
Was genau ist Ferulasäure?
„Ferulasäure ist ein pflanzenbasiertes Antioxidans, das man in den Zellen von Reis, Hafer, Äpfeln und Orangen findet“, erklärt Dr. Parisha Acharya, Hautexpertin und Ärztin für Ästhetik an der Londoner Waterhouse Young Clinic. „Sie schützt vor oxidativem Stress (einem Stoffwechselungleichgewicht in der Haut), indem sie freie Radikale neutralisiert.“ Diese freien Radikale sind eine hautschädliche reaktive Sauerstoffspezies und entstehen unter anderem durch den Einfluss von UV-Strahlung und Luftverschmutzung.

Um die Haut besser durchdringen zu können, kommt Ferulasäure meist inSerum-Form daher, die etwas potenter sind als Cremes.

Wie kann deine Haut von Ferulasäure profitieren?
Vor allem ihre antioxidativen Eigenschaften der Ferulasäure tun der Haut gut, sagt Dr. Acharya. „Sie hilft dabei, die Haut vor Umweltfaktoren zu beschützen, die sie altern lassen“, erklärt sie. „Sie reduziert dabei Zeichen der Hautalterung, wie kleine Falten und Pigmentflecken. Außerdem strafft sie die Haut und lässt sie strahlen. Das sorgt für einen ausgeglicheneren Teint.“
Wie solltest du Ferulasäure verwenden?
Wie auch das antioxidative Vitamin C und Sonnenschutz solltest du Ferulasäure täglich morgens auftragen, empfiehlt Dr. Acharya, da du am Tag eher mit schädlichen Umwelteinflüssen in Kontakt kommst. Und an welcher Stelle in deiner Skincare-Routine darf sich die Säure einreihen? „Verwende die Ferulasäure am besten nach deiner Hautreinigung und einem Toner. Den Sonnenschutz trägst du darüber auf“, sagt Dr. Acharya.
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Da stimmt ihr die Hautexpertin und Kosmetikerin Lisa Harris zu. „Ferulasäure ist eine sehr gute Basis für deinen Sonnenschutz, da sie die Abwehr von UVA- und UVB-Strahlen verstärkt“, erklärt sie. „Ich rate meinen Kund*innen immer zu einem antioxidativen Serum, vor allem in sonnigeren Gegenden. Dadurch wird die Haut weniger geschädigt.“
Auch Dr. Acharya empfiehlt Ferulasäure vor allem als Serum. Das solltest du für eine längere Haltbarkeit in einem dunklen Schrank aufbewahren, wo es vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt ist. „Damit die Ferulasäure ihre beste Wirkung entfalten kann, solltest du sie zusammen mit anderen Antioxidantien wie Vitamin C, E und Resveratrol verwenden“, rät Dr. Acharya.
Vor allem mit dem beliebten Vitamin C bildet die Ferulasäure ein gutes Team. „Vitamin C hält sich im Schrank nicht so lange, vor allem unter Sonneneinstrahlung“, sagt Lisa. Dabei kann Ferulasäure helfen: Sie stabilisiert das Vitamin C und verlängert so dessen Wirksamkeit. „Außerdem vereinfacht sie die Hautabsorption des Vitamin C und sorgt dafür, dass es auf der Haut länger bestehen bleibt“, ergänzt Dr. Acharya. Kurz gesagt sind Ferulasäure und Vitamin C also ein echtes Skincare-Dreamteam.
Was sind die besten Ferulasäure-Produkte?
Dr. Acharyas Empfehlung ist C E Ferulic von SkinCeuticals (144 €). Das Serum kombiniert die Säure mit den Vitaminen C und E und sorgt so für den perfekten Schutz vor Umwelteinflüssen. Gepaart mit einem Sonnenschutz mit hohem LSF können dir UV-Strahlen und Luftverschmutzung dadurch nichts mehr anhaben.
Sollte das etwas außerhalb deines Budgets liegen, bietet The Ordinary eine preisgünstigere Alternative: Resveratrol 3% + Ferulic Acid 3% (7,20 €). Dieses Serum mischt die Ferulasäure mit dem antioxidativen Resveratrol, das in Weintrauben enthalten ist. Es ist etwas schwerer als andere Seren, zieht aber gut in die Haut ein, spendet Feuchtigkeit und bleibt unter Sonnenschutz und Make-up an Ort und Stelle.
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Auch empfehlenswert ist das Ferulic + Retinol Wrinkle Recovery Overnight Serum von Dr. Dennis Gross (103,99 €). Es wirkt gegen dunkle Hautflecken und unterscheidet sich insofern von den anderen Seren, als dass es durch das Retinol für die nächtliche Verwendung gedacht ist. Tagsüber solltest du dann unbedingt Sonnenschutz mit einem LSF von 50 tragen (und regelmäßig nachcremen), da das Retinol die Haut anfälliger für Sonneneinstrahlung macht.
Gibt es mögliche Nebenwirkungen?
Laut Lisa wird Ferulasäure manchmal aus Hafer gewonnen. Solltest du allergisch darauf reagieren, solltest du vorsichtig sein. Such dir dann besser ein Produkt, das auf den Zellen anderer Lebensmittel basiert. Außerdem warnt Lisa: „Du solltest aufhören, ein Ferulasäurehaltiges Produkt zu verwenden, wenn du eine oder mehrere der folgenden Nebenwirkungen feststellst: Rötungen, Ausschlag und Nesselsucht sowie juckende oder sich schälende Haut.“

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