Trennungen als treibender Motor auf der Suche nach dem Ich

Neue Stadt. Das erste Studium oder die Ausbildung ist nur noch wenige Tage entfernt. Alles, was man sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, ist spätestens ab dem Moment wie weggefegt, an dem man die letzte Umzugskiste ins WG-Zimmer stellt und die Wohnungstüre hinter den Eltern zusperrt. Allein. Mit dem alten Leben lässt man auch ein Stück der eigenen Identität zurück. Wer sind wir eigentlich, ohne die uns vertraute Umgebung? Ohne unsere besten Freunde, die bekannten Wege, die vertrauten Orte? Fragen, die sich auch Esther Perel in ihrem Podcast „Where should we begin?“ stellt, um Antworten zu finden.
Sobald man allen Mut zusammen nimmt und beginnt, auf eigenen Beinen zu stehen, kommt unweigerlich der Moment, in dem man mit seiner eigenen Identität konfroniert wird – oder dem vermeintlichen Fehlen selbiger. Alleine sein, das kennen wir alle, oder? Und nichts ist einsamer, als umgeben zu sein von tausenden von Menschen, die man nicht kennt. Jeden Tag.
Natürlich wissen wir, dass wir Anschluss finden werden. Und in ein, zwei Monaten werden wir den Code dieser Stadt, die gerade noch wie ein undurchsichtiges Labyrinth mit Irrwegen und ganz eigenen Regeln erscheint, geknackt haben und vielleicht sogar über unsere Angst, den Anschluss nicht zu finden, lächeln. Bis es soweit ist wird uns aber regelmäßig der Mut verlassen. Werden wir überwältigt sein und erschöpft und vielleicht unsere Entscheidung anzweifeln. Bis wir die Augen schließen und zuhören. Geschichten lauschen, die uns auffangen. Geschichten von starken Frauen, die gegen den Strom geschwommen sind. Von Entdeckern und Pionieren. Von Abenteuern, aus der großen Stadt, die Lust darauf machen, sich einfach fallen zu lassen. Podcasts und Hörbücher, die uns ansprechen und unserer Einsamkeit berauben. Romane, Geschichten aus dem Leben, Gedichte und Ratgeber – und während du die Straßen deiner neuen Stadt erkundest, hörst du ihnen zu und fühlst dich langsam aber sicher: zuhause.
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