Burn-out: 15 Zeichen dafür, dass du ausgebrannt bist

Illustrated by Ivy Liu.
Alle sprechen von dieser Work-Life-Balance. Kann man die eigentlich erreichen, bevor es zu spät ist? Was ist, wenn ich schon längst in einer Abwärtsspirale stecke? Wie komme ich da wieder raus und woher weiß ich überhaupt, dass es ein Burn-out ist?
Fragen, die unsere Welt als Millennials bewegen. Ein Burn-out-Syndrom kommt allerdings in vielen Farben und Formen daher. Manche lähmt es, andere wiederum laufen erst zu leistungsbedingten Hochtouren auf, bevor sie merken, dass einfach nichts mehr geht.
Wir haben 14 Anzeichen für ein Burn-out aufgelistet, anhand derer ihr abwägen könnt, ob euch diese Situationen bekannt vorkommen. Natürlich sind wir keine Ärzte und auch keine Psychologen – für eine medizinische Diagnose solltet ihr also nach wie vor einen Fachmenschen konsultieren. Die folgenden Symptome könnten allerdings schon mal ein Indikator sein.
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„Ich erinnere mich an den Moment, in dem mein Boss allen Ernstes an meinen Arbeitsplatz kam und einfach anfing, meinen Tisch aufzuräumen. Während ich am Computer saß. Er packte die Pflanze, die auf meinem Tisch stand, und warf sie in den Mülleimer. Sie war verschimmelt – und ich hatte es bis zu diesem Zeitpunkt nicht mitbekommen“, erzählt uns Jamie, 33, Versicherungskauffrau. „Dass ich in diesem Chaos saß und es nicht realisierte, war schon das erste Anzeichen.“
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„Wenn ich überarbeitet bin, merke ich, dass ich gefühlt alle 5 Minuten in die Büroküche laufe, um im Kühlschrank nach Snacks zu suchen. Das ist an solchen Tagen die einzige Aufgabe, die ich ganz einfach von meiner To-Do-Liste streichen kann. Wenn ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, dann kann ich mir einen Snack holen und so habe ich dann zumindest eine Sache erledigt“, verrät uns Alli, 32, Bankkauffrau.
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Vielleicht greifst ein bisschen zu oft zur Kreditkarte. Vielleicht hast du dir einmal etwas gönnen wollen und kommst seitdem nicht aus dem Dispo. Was auch immer die Zündung ausgelöst hat, die Kontrolle über deinen Finanzhaushalt zu verlieren, kann immer auch ein Zeichen dessen sein, dass du einfach ausgebrannt bist.

Amanda Clayman, Finanzpsychologin, meint, dass unser Umgang mit Geld etwas über unseren emotionalen Zustand aussagen kann. „Wir leben schließlich in einer Konsumgesellschaft. Wir haben gelernt, uns gut zu fühlen, je nachdem was wir besitzen. Also müssen wir kaufen, um uns gut zu fühlen“, erklärt sie. Wenn du also statt des einen Kaffees am Morgen auch zwischendurch, in der Mittagspause und nach der Arbeit zum Coffeeshop rennst, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Problem ganz wo anders liegen.
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„Während meines Burn-outs shoppte ich online wie verrückt. Es war irgendwie beruhigend, es hat mir das Gefühl gegeben, etwas zu tun. Irgendwann kam der Paketbote an meinen Arbeitsplatz, ließ das Päckchen fallen und fragte mich, ob es mir gut ginge. Da bemerkte ich, dass etwas schieflief, und dass ich Urlaub brauchte“, sagte Kathryn, 34, Onlineredakteurin.
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„Als ich bemerkte, dass ich nichts mehr von dem, was ich geschrieben hatte, mit Menschen teilen, geschweige denn auf Facebook posten wollte, wusste ich, dass ich Abstand von meinem Job brauche“, warnt Amanda, 32, Journalistin. „Ich realisierte, dass das ein Kennzeichen für mich war: Wann immer ich glücklich in meinem Job war, war ich auch stolz und gewillt, meine Ergebnisse zu teilen.“
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„Meine Freundin fragt mich jeden Abend, wie mein Tag war. Als ich eines Tages anfing, sie grundlos anzukeifen, bemerkte ich irgendwann, dass etwas nicht stimmte. Anstatt mich ihr anzuvertrauen und das Ganze mit ihr gemeinsam durchzustehen und auszudiskutieren, kehrte ich in mich und war garstig zu ihr. Das war eine wirklich schwere Phase für sie und mich. Am Ende des Tages habe ich bemerkt, wie unzufrieden ich mit meinem Job war und es einfach nicht besser auszudrücken wusste“, erinnert sich Kelly, 33, IT-Koordinatorin.
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„Als Lehrerin ist es berufsbedingt klar, dass ständig irgendwo ein Virus kann. Aber ich war abgehärtet, ich gehörte zu diesen Menschen mit einem stählernen Immunsystem. Irgendwann wurde ich allerdings immer schwächer, immer war irgendwas, laufende Nase, Kopfschmerzen, Verstopfung“, erinnert sich Erin, 32, Gymnasiallehrerin.

Natürlich sollte man auch hierfür erst den Hausarzt oder die Hausärztin konsultieren, allerdings kann ein wiederholtes Auftreten solcher Beschwerden durchaus ein Anzeichen von Burn-out sein.
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„Ich wusste, dass etwas mit mir und meinem Job nicht stimmt, als mich der Barista im Coffeeshop auf dem Weg zur Arbeit fragte, ob alles in Ordnung sei“, sagt Jenn, 30, Business Analyst.

Wir wissen alle, wie unangenehm es ist, wenn unbekannte Leute so ungefragt auf einen zukommen. Wenn der Ton dabei jedoch ganz offensichtlich gut gemeint ist, dann sollte man sich vielleicht doch einen Moment zum Reflektieren nehmen.
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„Mir war schon klar, dass ich mir einen neuen Job suchen muss, aber ich konnte mich zu nichts mehr motivieren. Nicht einmal dazu, Anfragen auf LinkedIn oder Emails zu beantworten. Ganz zu schweigen von der Suche nach Lebensläufen oder Zeugnissen. Ich ließ es einfach schleifen – weil alles so überwältigend erschien“, sagt Castingassistenin Casey mit nur 23 Jahren schon.
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„Ich wusste, dass es soweit war, als eine meiner engsten Freundinnen mir eine SMS schrieb. Sie sagte, sie würde mich lieben, aber sie wüsste, dass ich meinen Job hasse und sie ihn deswegen auch hasste. Sie hatte es schön gesagt, es war ehrlich, auch wenn es erstmal wehtat. Ich bemerkte, dass ich all meinen Arbeitsfrust an meinen Freunden ausließ“, erzählt Sarah, 32, ehemalige Investment-Bänkerin, die mittlerweile im akademischen Dienst arbeitet.
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Fri-YAY! Oder doch nicht? Bei einem Burn-out fühlt sich selbst die schönste Verabredung mit den besten Freunden an wie eine anstrengende Pflichtveranstaltung.

„Als ich durch die Arbeit ausgebrannt war, wollte ich an den Wochenenden einfach nichts mehr machen. Ich wollte wirklich nur im Bett liegen, mein maximaler Radius war die Couch, die Küche und das Bad“, bemerkt Jess, 39, Anwältin.

Während das ein oder andere freie Netflix-Wochenende absolut okay ist, ist es doch etwas auffällig, wenn es sich dabei um jedes Wochenende handelt. – Im Übrigen kann das sogar ein Zeichen für Depression sein. Wenn das also über lange Zeit anhält, solltest du wirklich professionelle Hilfe aufsuchen.
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„Ich kam morgens ins Büro und steckte mir sofort die Kopfhörer in die Ohren, um mich von der Tatsache abzulenken, dass ich meinen Job, alles, was ich da tat, verabscheute“, erinnert sich Caitlin, 29, Administratorin einer NGO. „Das war eins der Zeichen, dass ich ausgebrannt war. Denn am Anfang meines Jobs liebte ich es, alles zu hören und aufzunehmen, was um mich herum geschah“

Manchmal braucht man die akustische Abschottung durch Kopfhörer, um sich besser konzentrieren zu können. Wenn man sie allerdings aufsetzt, um die Umgebung auszublenden, ist das schon ein ungutes Zeichen.
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„Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich in einer Kurzschlussreaktion eine Reise buchte: Meine Tischnachbarin räusperte sich immer wieder und es machte mich so wütend, dass ich sie bei den Schultern packen und einmal ordentlich durchrütteln wollte. Dabei war das eigentlich wirklich nicht schlimm. Ich bin auch sonst keine aggressive Person, und wir waren auch noch befreundet! Aber das war einfach das i-Tüpfelchen für mich“, meint Erica, 34, Social-Media-Strategist.
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„Das klingt echt komisch, ich weiß, aber als mein Burn-out in der schlimmsten Phase war, konnte ich mich einfach nicht dazu aufraffen, meine Wäsche zu waschen“, erzählte uns die Redakteurin Cecil, 27.

Es mag absurd klingen, aber oft ist genau das ein Zeichen: Wenn die kleinen Alltagsaufgaben, wie etwa eine Email beantworten oder Wäsche zu waschen, zu einer großen Sache werden oder gar unüberwindbar erscheinen, sollte man vielleicht versuchen, eine Pause einzulegen.

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