Was Kamala Harris’ US-Vizepräsidentschaft wirklich bedeutet

Foto: Drew Angerer/Getty Images.
Während wir Trumps Niederlage feiern, ist es wichtig, einen weiteren wichtigen Meilenstein der US-amerikanischen Geschichte zu würdigen: Kamala Harris wurde als erste Frau, erste Schwarze Frau und erste Amerikanerin mit indisch-jamaikanischen Wurzeln ins US-Vizepräsidentschaftsamt gewählt. 
In den Vereinigten Staaten hat noch keine Frau zuvor als Präsidentin oder Vizepräsidentin gedient. Die Anzahl der weiblichen Kandidaten im Rennen um das Präsidentschaftsamt war gering. Als Hillary Clinton 2016 dem Posten zum Greifen nahe kam – so nahe, wie es noch keiner anderen Amerikanerin gelungen ist –, hätte sie es beinahe geschafft, die „gläserne Decke zu durchbrechen: Mit 65.853.516 Stimmen holte sie zwar die Mehrheit der Wählerstimmen und gewann somit die sogenannte Popular Vote, nicht aber die Wahl an sich. Dennoch war ihr Beinahe-Erfolg ein Triumph, der lange auf sich hatte warten lassen: Schon 2008 machte sich Sarah Palin als John McCains Vizekandidatin einen Namen, und bereits 1984 schrieb Geraldine Ferraro Geschichte, als sie von Walter Mondale für das Amt der Vizepräsidentin ausgewählt wurde.
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Kamala Harris aber hat es nun endlich geschafft. Es ist ihr gelungen, alle Hindernisse erfolgreich zu überwinden. Die Tochter einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters besuchte eine historisch Schwarze Universität. Sie wuchs in einem Umfeld auf, in dem stets gegen die Ungleichheit zwischen Weißen und Schwarzen in den Vereinigten Staaten angekämpft wurde. Als designierte US-Vizepräsidentin hat sie Höhen erreicht wie keine andere amerikanische Politikerin vor ihr. In Zeiten, in denen die Nation mit Rassismus und einer Präsidentschaftswahl, die die Bevölkerung entzweit, zu kämpfen hat, vermittelt Harris' Triumph eine Botschaft der Gleichberechtigung und stellt eine Ablehnung rassistischer Ideologien dar.
„Eine Frau afrikanischer Abstammung wird bald in einem Land, das Schwarzen Frauen einst die volle Staatsbürgerschaft verweigerte, das Amt der Vizepräsidentin bekleiden. Es ist unmöglich, die Bedeutung dieses Meilensteins überzubewerten, sagte Glynda Carr, Präsidentin und Geschäftsführerin von Higher Heights, einer US-Organisation, die sich für die politische Macht Schwarzer Frauen starkmacht, in einer Stellungnahme an Refinery29. „Es war ein schwieriges Rennen und ein hart erkämpfter Sieg inmitten eines politischen Klimas, das wir in unserer modernen Zeit so noch nie erlebt haben. Dennoch nahmen angesichts der existenziellen Gefahr für unsere Demokratie mehr Amerikaner:innen an der diesjährigen Wahl teil als je zuvor in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Das hat uns in unserem Kampf um Gleichheit und Gleichberechtigung einen Schritt nach vorn gebracht.

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