Newcomerin Alma: „Ich habe noch jede Menge Zeit, um Fehler zu machen“

Eine 20-jährige Finnin ist auf dem besten Weg dazu, den Heldinnen und Helden im Pop-Olymp zu zeigen, wer hier mit wallend grüner Mähne die Hosen anhat. Alma ist Singer-Songwriterin und macht aktuell als Stimme von Felix Jaehns Hit Bonfire von sich reden. Auf Spotify wurde der Song bereits über 44 Millionen Mal gehört.

„Das Beste daran, seine Musikkarriere in seinen Zwanzigern zu starten, ist definitiv, dass du jede Menge Zeit hast, um Fehler zu machen“, erklärt uns Alma dazu. „Ich stehe nicht unter Druck. Die nächste Sache, die ich produziere, muss nicht unbedingt sofort durchstarten.“ Vermutlich ist es genau diese Leichtigkeit, die ihrem Sound trotz klassischer Pop-Basis die nötige Portion Rotzigkeit verleiht. Alma gibt sich unangepasst und zeigt von den knallgrünen Strähnen bis zum Vetements-Kleid, dass Gegensätze ihr Stilmittel sind.

Hinter der knallbunten Fassade steckt aber auch eine sensible Seite, die deutlich wird, wenn Alma von ihrem Musik als ihrem sicheren Ort spricht: „Sie hat mich durch all die typischen Teenagerprobleme gebracht. Ich habe meine Gefühle schon immer durch meine Musik ausgedrückt.“ Was das bedeutet, wird in ihrem Singledebüt Karma deutlich: Alma singt von gebrochenen Herzen und dem damit verbundenen Karma, das sie – keine Ursache – gerne auch selbst direkt vorbeibringt. Den Rat, besser die Beine in die Hand zu nehmen, gibt es obendrauf.

Auch dieser Song hat es mittlerweile geschafft, mit links an der 10-Millionen-Klickgrenze vorbeizurasen. Den Grundstein legte Alma vor drei Jahren: Damals stand sie auf der Showbühne der finnischen Ausgabe von Deutschland sucht den Superstar und sang Songs von Amy Winehouse, die sie neben SIA, Silvana Imam und Brooke Candy als ihre ganz persönliche Ikone bezeichnet.


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Foto: PR


Alma trägt auch heute alles andere als das, was man als klassischen Casting-Look bezeichnen würde. Ob es Stereotypen über Frauen in der Musikindustrie gäbe, die sie beeinflussen würden? „Nein“, erklärt Alma schlicht. „Ich denke, dass sich das alles gerade in eine gute Richtung entwickelt“, ergänzt sie dann. „Es gibt nicht nur ein Bild von einer weiblichen Künstlerin, dem sich alle anpassen müssen.“

Das dümmste Klischee, das sie je über Frauen gehört hat, bezieht sich übrigens nicht auf ihren Job, sondern eine ganz banale Alltagssituation: „Frauen sind keine schlechten Autofahrerinnen. Das stimmt einfach nicht, motherfuckers!“ Deutliche Worte sind ihre Stärke, Statements in nur kurze Sätze zu verpacken ebenfalls. Auch der beste Rat, der ihr von einer Frau gegeben wurde, kommt ohne große Schnörkel aus: „Bleibe glücklich. Hör auf dich selbst. Du kannst nur gute Energie verbreiten, wenn du selbst glücklich bist.“ Drei Sätze, die wunderbar bei Instagram funktionieren würden. Oder in einer Songzeile auf dem ersten Album.

Daran wird gerade fleißig gearbeitet. Das Debüt, das Alma selbst zur internationalen Popheldin machen könnte, soll 2017 erscheinen. Welche Superkräfte sie gerne hätte, hat sie uns schon vorab verraten: „Ich hätte gerne die Möglichkeit, unsichtbar zu werden. Dann könnte ich alles mögliche anstellen, zum Beispiel eine Bank ausrauben“. Wenn ihr erstes Album denselben Raketenstart hinlegt wie alles, was sie 2016 angepackt hat, ist das allerdings gar nicht mehr nötig…
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