Promis, Drogen & Windeln: 3 Ex-Flugbegleiterinnen plaudern aus dem Nähkästchen

Photo: Denis Closon/REX/Shutterstock.
Vielleicht folgst du dem Hashtag #wanderlust auf Instagram, vielleicht hast du auch schon immer Zooey Deschanels Rolle in Almost Famous vergöttert. So oder so: Du hast bestimmt auch schon mal davon geträumt, ein*e Flugbegleiter*in zu sein, oder?
Zwar mögen Flugreisen den Glanz vergangener Tage verloren haben, aber den Job an sich umweht immer noch ein Hauch Glamour – nicht zuletzt wegen der hübschen Uniformen, der kostenlosen Flüge und des abenteuerlichen Gefühls, das in der Luft liegt.
Dafür verantwortlich zu sein, dass in 10.000 Meter Höhe alles reibungslos über die Bühne geht, ist jedoch, wie du möglicherweise bei einem Flug selbst schon mal festgestellt hast, nicht immer einfach. Oder sauber. Oder sicher. Woher wir das wissen? Weil wir drei ehemalige Flugbegleiterinnen nach den wildesten Geschichten gefragt haben, die ihnen im Job passiert sind. Von einem Passagier, der seine Haare in Brand gesetzt hat, während er auf der Bordtoilette Crack rauchte, bis hin zu Begegnungen mit den Reichen und Schönen: Diese drei Frauen haben genug erlebt, um bis zum Ende ihres Lebens Anekdoten auf Partys erzählen zu können. Vielleicht ist das ja auch der wahre Bonus des Jobs.
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Die Flugverkehrskontrolle gab zwei Flugzeugen, die auf sich kreuzenden Startbahnen befanden, das Okay für den Take-off.

Der Beinahe-Unfall

„Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler. Und zum Glück hat diese Geschichte ein gutes Ende“, leitet die Ex-Flugbegleiterin und Mitarbeiterin es Reiseunternehmens für Studierende WorldStrides Shannon Kontalonis ihre Story ein. „Die Flugverkehrskontrolle gab zwei Flugzeugen, die sich auf sich kreuzenden Startbahnen befanden, das Okay für den Take-off. Als wir die Startbahn entlang rasten, machte unser Pilot plötzlich eine Vollbremsung und kam von der Strecke ab, denn das andere Flugzeug fuhr zur gleichen Zeit auf die Kreuzung zu wie wir. Wie gesagt: Zum Glück bemerkte der Pilot rechtzeitig, was passierte und handelte blitzschnell, wodurch er einen schrecklichen Unfall verhindern konnte.“
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Wir hörten einfach nur einen lauten Knall.

Der Blitzschlag

„Wir wurden mal während eines Fluges vom Blitz getroffen“, erinnert sich die ehemalige Flugbegleiterin Brittany Cosenza. „Am Ende war es aber gar nicht so schlimm, wie man sich das vielleicht vorstellt. Wir hörten einfach nur einen lauten Knall. Ich wusste erst gar nicht, was passiert war, bis mich der Pilot zu sich rief und es mir erzählte.“
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Er war zu allen sehr nett und mir gab er sogar noch Ratschläge für mein Leben.

Die Celebrity-Storys

„Matthew McConaughey war auf meinem Flug. Er hatte seine ganze Familie dabei und ich habe mitbekommen, wie er seine Kinder maßregelte. Das war ein Flug!“, erzählt Brittany.

Shawn Kathleen, eine Ex-Flugbegleiterin, die den superwitzigen Instagram-Account Passenger Shaming ins Leben gerufen hat (unbedingt anschauen!), erinnert sich an ihre Begegnung mit Hollywood: „Es war Quincy Jones und er war unglaublich nett. Weil es ein Kurzstreckenflug war, servierten wir keine Getränke, aber ich sprach trotzdem fast eine halbe Stunde lang mit ihm und er war einfach zuckersüß und goldig. Er war zu allen sehr nett und mir gab er sogar noch Ratschläge für mein Leben. Danke dafür! Und ich weiß noch, dass ich nach dem Flug so dachte: Deswegen ist dieser Mann so erfolgreich – weil er einfach entzückend ist“.
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Ich dachte, er hätte eine Zigarette geraucht und sie irgendwo hingeschmissen und bekam panische Angst.

Drogen und brennende Haare

„Wir hatten mit dem Landeanflug begonnen und waren noch etwa 20 Minuten vom Flughafen entfernt. Da ging ein Mann zur vorderen Toilette und sein Haar fing plötzlich Feuer während er Crack rauchte“, berichtet Kathleen. „Ich rannte direkt vor, weil ich das Feuer gesehen und den Alarm gehört habe. In der Kabine war es stockfinster, weil es mitten in der Nacht war und ich dachte nur: Ach du Scheiße, ein Feuer in einem Flugzeug – das Schlimmste, was passieren kann. Ich nahm den Feuerlöscher und entfernte die Sicherung. Der Pilot rief mich an, also hatte ich das Telefon am Ohr. Dann stolperte dieser Typ aus dem Klo und es roch nach verbranntem Haar. Dass er Crack rauchte, war mir nicht bewusst. Ich dachte, er hätte eine Zigarette geraucht und sie irgendwo hingeschmissen und bekam panische Angst.“

Das Lustige an der Geschichte? Nachdem er seine Haare angezündet hatte und beim Crackrauchen im Flugzeug erwischt wurde (was seine Festnahme zur Folge hatte), war die Frage, die ihm am meisten auf der Seele brannte, ob er seinen Anschlussflug bekommen würde.

„Das ist der Running Gag bei uns Flugbegleiter*innen: Wenn eine Person etwas unglaublich Verrücktes wie das macht und ihre größte Sorge ist, ob sie ihren Anschlussflug bekommt.”
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Sie benutzen den Serviertisch an der Rückenlehne (von dem wir essen!) als Wickeltisch.

Die Sache mit den Windeln

Glaub es oder nicht, die drei Flugbegleiterinnen, mit denen wir gesprochen haben, antworteten alle das Gleiche auf die Frage, was das Ekligste ist, was Menschen im Flugzeug machen: Windeln wechseln. Mag erst mal gar nicht so krass klingen, ist es aber. „Sie lassen sie auf dem Fußboden liegen. Sie stecken sie in die Tasche der Rücksitztasche. Sie benutzen den Serviertisch an der Rückenlehne (von dem wir essen!) als Wickeltisch“, erzählt Kathleen. „Eine vollgeschissene Windel in einer geschlossenen Kabine mit Umluft zu wechseln, in der Menschen essen? Nicht cool“.

Kathleen rät Eltern, einfach das Personal zu fragen, wo der Wickeltisch ist, denn die meisten haben tatsächlich einen auf der Toilette. Abgesehen davon hat Shannon noch einen Ratschlag für alle, die den Serviertisch benutzen: „Bitte legt eine Serviette oder ein Taschentuch unter euer Essen und legt es nicht direkt auf die Tischplatte!“.
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Du solltest dir zweimal überlegen, ob du deine Mile-High-Club-Fantasie wirklich in die Tat umsetzt.

Andere ekelerregende Dinge

Wer jetzt denkt, unappetitlicher geht’s kaum, wird enttäuscht sein. „Einige Fluggäste schneiden ihre Zehennägel im Flugzeug und lassen die abgeschnittenen Nägel einfach auf dem Boden liegen“, berichtet Brittany und warnt: „Du solltest dir zweimal überlegen, ob du deine Mile-High-Club-Fantasie wirklich in die Tat umsetzt. Die Böden der Toiletten (und sogar die Wände) sind komplett voll mit Schmutz und Urin von Männern, die das Klo nicht treffen“.

Niemand versteht sie besser als Kathleen, deren Social-Media-Account Passenger Shaming voll mit Fotos von Menschen ist, die sich abscheulich in Flugzeugen verhalten haben. „Manche behandeln das Flugzeug wie ihr Wohnzimmer“, sagt sie. „Sie legen ihre nackten Füße auf die Armlehne und wenn du dann deinen Ellenbogen ablegen willst, berührst du sie. Dann denkst du erst ‚Oh, Entschuldigung‘, weil du nicht gleich kapierst, was deinen Arm berührt hat. Wenn du dann realisierst, dass es die Fred-Flintstone-Füße eines Fremden sind, wird aus der Entschuldigung schnell ein ordentliches WTF!?!?!“.
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Ich liebe die Vorstellung davon, dass ich sie dazu ermutigt habe, ihrem eigenen Geschäftssinn zu folgen!

Das Businessmädchen

Glücklicherweise ist nicht jeder Flug ein Horrortrip voll abgeschnittener Fußnägel und brennender Fluggasthaare. Shannon hatte auch noch eine sehr süße Geschichte auf Lager: „Auf einem meiner Flüge machte ein etwa 8-jähriges Mädchen diese hübschen Freundschaftsbänder. Ich fragte sie, wie viel sie für ein Armband verlangen würde, meinte das aber eigentlich eher als Witz. Doch bei ihr weckte die Frage ihr unternehmerisches Denken und sie antwortete, sie würden $1 pro Stück kosten, falls sie jemand an Bord kaufen möchte. Natürlich kaufte ich eins und bei meiner nächsten Ansage erzählte ich den anderen Fahrgästen von dem fleißigen Businessmädchen. Als ich fertig mit der Getränkerunde war, strahlte das Mädchen von einem Ohr zum anderen, denn sie hatte alle ihre selbstgebastelten Schmuckstücke verkauft. Ich liebe die Vorstellung davon, dass ich sie dazu ermutigt habe, ihrem eigenen Geschäftssinn zu folgen!“.
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