High zum Höhepunkt: Wie Cannabis dein Sexleben verbessern kann & was du beachten solltest

Photographed by Lula Hyers.
Ob absoluter Newbie oder routinierter Gras-Vollprofi, die meisten von uns haben Fragen zur Kombination von Sex und Cannabis. Deswegen haben wir uns an Anna Duckworth gewandt, Mitgründerin und Chefredakteurin von Miss Grass, einer amerikanischen Cannabis-Marke für moderne Frauen.
Cannabis und Sex haben viele Gemeinsamkeiten: Beide sind ein kompliziertes und tabuisiertes Thema in der Gesellschaft. Beide können uns in unangenehme Situationen und Gespräche bringen. Und wenn man achtsam und erwachsen mit ihnen umgeht, können beide für zwischenmenschliche Nähe sorgen.
Auf den ersten Blick scheint es vielleicht eine schlechte Idee zu sein, Sex und Cannabis zu kombinieren, doch laut Untersuchungen könnte der Mix dazu beitragen, Anspannungen und Hemmungen zu lösen, Sinnesempfindungen zu vergrößern und für ein tieferes Gefühl der Verbundenheit sorgen.
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Selbst wenn du offen dafür bist, dein Sexleben mit Cannabis aufzupeppen, weißt du vielleicht nicht, wo du anfangen sollst – schließlich bekommst du den Stoff in Deutschland nicht einfach so in der Apotheke, zumindest nicht ohne entsprechendes ärztliches Rezept. Die Rechtslage ist hierzulande tatsächlich etwas kompliziert – legal ist Cannabis zwar nicht, aber der Konsum ist zumindest nicht strafbar. Das heißt: Ohne medizinischen Grund darfst du Cannabis weder kaufen noch besitzen… aber konsumieren.
Aufgrund dieser schwierigen Rechtslage ist es nicht nur in Deutschland schwierig, die Wirkung von Cannabis im großen Stil repräsentativ zu untersuchen. Daher gilt: Bitte sei vorsichtig und höre auf deinen eigenen Körper, wenn du herausfinden möchtest, was für dich funktioniert.

Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD?

Nicht alle Cannabis-Produkte machen dich high, und einige gibt es tatsächlich legal auch hierzulande zu erwerben. Aber aufgepasst: Die Rede ist hier von Cannabis-Produkten, nicht den Pflanzen beziehungsweise Blüten selbst. Wichtig ist, dass diese Produkte in der EU angebauten zertifizierten Nutzhanf mit einem THC-Gehalt von maximal 0,2 Prozent enthalten. THC (Tetrahydrocannabinol) ist die psychoaktive Substanz im Cannabis. Der ebenfalls enthaltene Stoff CBD (Cannabidiol) hingegen wirkt nicht berauschend, sondern beruhigend. Sprich: je mehr THC, desto intensiver das High – je mehr CBD, desto sanfter der Effekt.

Beschäftige dich mit der Wissenschaft dahinter

Wann immer du deinen Körper auf neue Art kennenlernen willst, lohnt es sich, dich vorher zumindest ein bisschen damit zu befassen, wie er funktioniert. Cannabis kam erstmals vor rund 4.000 Jahren in Ägypten zum gynäkologischen Einsatz. Und auch wenn eine “gynäkologische Anwendung“ vielleicht nicht ganz so sexy klingt, sind unsere Fortpflanzungsorgane nun mal für unsere sexuelle Gesundheit und Zufriedenheit entscheidend. Im Jahr 1992 entdeckte ein Wissenschaftler namens Raphael Mechoulam dann einen Teil des Nervensystems, der Endocannabinoid-System (ECS) heißt und unter anderem Dinge wie das Schmerz- und Stressempfinden, Erinnerungen und Homöostase beeinflusst. Heute, fast 30 Jahre später, untersuchen Forscher*innen die Verbindung zwischen Cannabis und Sex – und die Ergebnisse sind faszinierend. So fand die bereits erwähnte Studie beispielsweise fand heraus, Paare mit einem täglichen Cannabis-Konsum haben in einem Zeitraum von vier Wochen rund 20 Prozent mehr Sex hatten als abstinente Teilnehmer*innen. Zudem ergab eine neue Studie, dass Cannabis zumindest Frauen deutlich besseren Sex beschert.
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Aber bitte bedenke: Zu hohe Erwartungen können schnell zur Enttäuschung führen. Willst du Sex mit Cannabis kombinieren, achte darauf, die für dich richtigen Bedingungen zu schaffen. Möchtest du völlig high in ganz neue Dimensionen entschweben oder willst du mit klarem Kopf entspannen wie nie zuvor? Abhängig von deinen Wünschen kann es vielleicht schon reichen, dir eine CBD-haltige Kerze anzuzünden, die Lampen zu dimmen, ein Bad einlaufen zu lassen oder dir den nächsten Tag freizunehmen, damit du ganze zwölf Stunden hast, im ganz natürlichen Sex-High schwelgen kannst.

Sei dir der Risiken bewusst

Cannabis an sich ist nicht gefährlich. Doch wie bei allem, was bewusstseinsverändernd wirken kann, lohnt sich eine kurze Recherche bevor du loslegst. Informiere dich über die Wirkung des Produkts, das du kaufen willst, aber auch über Hersteller und Händler. Das gilt nicht nur für das Gras, was du im Park kaufst, sondern auch für CBD-Produkte. Für den Handel mit Nutzhanf- und CBD-Produkten gibt es in Deutschland zwar ganz klare, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vorgegebene Regeln, aber man weiß ja nie.

Was darf’s denn sein?

Cannabis kannst du rauchen, vapen, essen, trinken, auftragen oder über die Mundschleimhaut aufnehmen. Sowohl die Art des Konsums als auch die Häufigkeit und Menge kann unterschiedliche Auswirkungen auf deine Erfahrung haben. All das solltest du berücksichtigen, wenn du nach dem richtigen Produkt für dich suchst. Kurz gesagt: Vaping und Rauchen können dir schon in unter einer Minute zum High verhelfen, Edibles hingegen brauchen bis zu zwei Stunden. Prinzipiell solltest du dich vorher gut über jedes Produkt informieren, damit du weißt, worauf du dich einlässt.
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Lass dich nicht verarschen: Hanföl ist nicht CBD-Öl

Was Cannabis-Produkte explizit für den Sex angeht, haben wir hierzulande ein bisschen das Nachsehen: Gleitmittel und Co., die mit den Worten „Cannabis“ oder „Hanf“ um unsere Aufmerksamkeit buhlen, enthalten in Deutschland zwar häufig Hanf- bzw. Hanfsamenöl, aber eben nicht CBD-Öl. Ja, da gibt es einen Unterschied. Hanf- oder Hanfsamenöl ist ein Speiseöl aus kalt gepressten Hanfsamen – ohne THC und CBD. CBD-Öl hingegen ist ein mit Cannabinoid-Extrakt versetztes Trägeröl (häufig Hanfsamenöl). Wenn du dir die Inhaltsstoffe solcher Produkte genauer ansiehst, wirst du häufig feststellen, dass darin zwar von Hanfsamenöl (“Cannabis Sativa Seed Oil“) die Rede ist, aber eben nicht von CBD. Fakt ist: Wo CBD drin ist, steht’s auch drauf.

Aber bitte komm jetzt nicht auf die Idee, dein Gleitmittel durch CBD-Ölzu ersetzen, das nicht explizit für den intimen Gebrauch hergestellt wurde –mal ganz davon abgesehen, dass insbesondere Kondome ölbasierte Gleitmittelüberhaupt nicht leiden können. Wenn du aber doch unbedingt das High füruntenrum brauchst, kannst du dich an selbsthergestelltem Cannabis-Gleitgel versuchen – oder es einfach bei einer guten, alten, nicht riskantenMassage mit CBD-Massageöl belassen.

Halte CBD für den Notfall bereit

Solltest du noch kein alter Hase im Umgang mit Cannabis sein, kann es passieren, dass du plötzlich ein bisschen zu high bist. Meistens hört man dann, man müsse abwarten, bis das vergeht. Und das stimmt, das kannst du tun. Musst du aber nicht, denn CBD kann wahrscheinlich die psychoaktive Wirkung von THC ausgleichen. Sobald du also merkst, dass sich dein Hirn gerade in andere Sphären verabschiedet, versuch's mit ein wenig CBD.
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Sprich mit deiner Partnerin oder deinem Partner

Wer Sex hat, benutzt bitte seinen Mund – zum Reden. Versichere dich, dass dein*e Partner*in in jeder Situation dasselbe möchte wie du, nicht nur zu Beginn. Wenn ihr Cannabis in euer Liebesspiel miteinbeziehen möchtet, solltet ihr beide vorher Bescheid wissen und die involvierten Inhaltsstoffe kennen, denn wer wird schon gerne von einem psychoaktiven Gleitgel überrascht?
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Refinery29 ist in keiner Form Befürworter illegaler Aktivitäten und möchte seine Leser*innen daran erinnern, dass der Kauf und Besitz von Cannabis in Deutschland strafbar sind.

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