Wie lange überlebt das Coronavirus auf verschiedenen Oberflächen?

Photo: Nicolas Economou/NurPhoto/Getty Images.
Ich brauch dir ja nicht sagen, dass aktuell alles ein bisschen anders. Selbst die normalsten Dinge der Welt werden auf einmal zur Herausforderung. Wie einkaufen gehen. Freund*innen treffen. Oder mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren. Nehmen wir mal das letzte Beispiel: Sobald ich in die U-Bahn steige, spiele ich in meinem Kopf automatisch mehrere Szenarien durch und überlege, wie ich das Risiko einer Ansteckung minimieren kann. Abstand zu anderen halten, logisch. Aber soll ich mich hinsetzen, um nichts anfassen zu müssen? Oder ist stehen besser? Aber wo halte ich mich dann am besten fest? An der Metallstange? An den Plastikschlaufen? An der gepolsterten Rückenlehne?
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Wie du sicher schon weißt, ist Hauptübertragungsweg des Virus über Tröpfchen. Wenn also eine infizierte Person hustet oder niest, landen die Viren auf der einer Oberfläche in der Nähe – auf der Stange in der U-Bahn, einer Türklinke oder einer Kaffeetasse, zum Beispiel. Fasst dann jemand diesen Gegenstand an und anschließend sein Gesicht, kann er oder sie sich anstecken.
Wichtig zu wissen ist, dass sich der Virus eine Weile halten kann – und zwar je nachdem wo er landet bis zu neun Tage, warnt Darshan Shah, Gründer und Medical Director bei Next Health. Aber nicht alle Oberflächen sind gleich. Und deswegen haben wir mal recherchiert, wo sich die Viren am besten halten.

Wie lange überlebt das Coronavirus auf Metal, Glass und Plastik?

Im Labor (mehr dazu später) konnten die Viren bis zu fünf Tage auf Metall, vier bis fünf Tage auf Glas und bis zu neun Tagen auf Plastik überleben, heißt es in einer Studie, die kürzlich vom Journal of Hospital Infection durchgeführt wurde.
Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfiehlt deshalb, sichtbar schmutzige Flächen erst mit einem normalen Haushaltsreiniger zu säubern und anschließend zu desinfizieren. Und zwar am besten täglich. Das betrifft zum Beispiel Tische, Türklinken, Lichtschalter, Toiletten und dein Smartphone. Was das die Wahl des Desinfektionsmittels angeht heißt es auf der Website des Robert Koch Instituts: „Zur Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich “begrenzt viruzid“ (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie “begrenzt viruzid PLUS“ oder “viruzid“ können ebenfalls verwendet werden.“ Lies dir aber genau die Anweisungen auf der Verpackung durch den je nach Produkt kann beispielsweise die Einwirkzeit variieren.
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Wie lange überlebt das Coronavirus auf Kleidung?

Ganz sicher ist man sich noch nicht, aber es kann sein, dass es auf Stoffen nicht so lange überlebt. Viren könnten in den winzigen Räumen und Löchern der Kleidung steckenbleiben und sich dadurch nicht so schnell übertragen, heißt es in einem Artikel der The New York Times. Die Studie des Journal of Hospital Infection zeigt, das Coronavirus kann sich auf Einwegkleidung (wie sie im Krankenhaus verwendet wird) eine Stunde bis zwei Tage halten, aber wie es mit normaler Kleidung aussieht, wurde bei dieser Untersuchung nicht getestet.
Vielleicht liegt es daran, dass das Risiko, die Erkrankung über Kleidung zu bekommen bisher als relativ gering eingeschätzt wird, aber aktuell wird einfach nur empfohlen, Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen und richtig trocknen zu lassen (RKI, Stand 5.3.2020). Das CDC empfiehlt, Einweghandschuhe zu tragen, wenn du die dreckige Wäsche oder dir direkt danach gründlich die Hände zu waschen.

Gibt es den gar keine positiven Nachrichten?

Doch, die gibt es. Wie zuvor gesagt, basieren die meisten uns vorliegenden Informationen auf Studien, die in einem Labor durchgeführt wurden. In der “echten Welt“ sind die Bedingungen anders und das könnte bedeuten, das Virus hält sich hier vielleicht nicht so lange.
Außerdem meint der Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin beispielsweise, das oft nicht klar ist, „wie viel Virus in welcher Form das auf diese Testoberflächen aufgetragen wurde. Da steht einfach nur, da wurde Virus auf die Oberfläche gegeben. Aber es ist ein großer Unterschied, ob dieses Virus in einem großen oder in einem kleinen Flüssigkeitstropfen ist – oder in einem Tropfen, der fast gar kein Volumen hat.“ In der echten Welt könnten die Konzentration demzufolge viel geringer sein als in den Tests.
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Der Hauptübertragungsweg ist und bleibt also nach aktuellem Stand die Tröpfchenübertragung – und nicht die Berührung von Oberflächen. Zu 100 Prozent ausgeschlossen werden kann Letzteres aber auch nicht: Wenn du eine kontaminierte Oberfläche berührst und dir dann sofort an Mund, Augen oder Nase fasst, besteht dennoch ein Risiko, so das CDC. Bleibt uns also eigentlich nur eins: das regelmäßige und gründliche Hände waschen. Und Social Distancing.
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Laut dem Bundesgesundheitsministeriumkannst du dich vor dem Coronavirus schützen, indem du deine Hände regelmäßigund ausreichend wäschst, in die Armbeuge oder ein Einwegtaschentuch niest oderhustest und Abstand zu Menschen hältst, die Symptome aufweisen. Außerdemsolltest du dir nicht ins Gesicht fassen (besonders nicht an Augen, Nase undMund) und auf das Händeschütteln generell verzichten. Wenn du Angst hast, dichangesteckt zu haben, verlasse bitte nicht das Haus und gehe auch nicht einfachzu einem Arzt. Wende dich stattdessen unter 116117 an den ärztlichenBereitschaftsdienst. Gehörlose und Hörgeschädigte können eine Mail an info.gehoerlos@bmg.bund.de schicken oder das Gebärdentelefon(Videotelefonie) via https://www.gebaerdentelefon.de/bmg/ verwenden.

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