Schlechterer Sex wegen Botox? Studie erforscht neue Nebenwirkung

Foto: Megan Madden.
Botulinum Toxin – besser bekannt als Botox – lässt als Injektion kleine Falten verschwinden und wird hierzulande immer beliebter und günstiger. Die Ergebnisse einer neue Studie beweisen nur einmal mehr, dass ein solcher Eingriff sehr gut überlegt sein sollte – und das nicht nur, weil dabei immer etwas schiefgehen kann (im wahrsten Sinne des Wortes).
Denn das, was man sich dort von einer Ärztin oder einem Arzt unter die Haut spritzen lässt, legt die Muskeln lahm und friert damit effektiv die Mimik ein. Wie nun Forscher*innen der Cardiff Universität herausgefunden haben, kann die daraus resultierende Bewegungseinschränkung negative Auswirkungen auf das Sexleben haben. Zurückzuführen ist dies auf die Facial-Feedback-Theorie, die besagt, dass Mimik Stimmung und Emotionen nicht nur ausdrücken, sondern auch regulieren kann. So die kurze Zusammenfassung der in der Publikation Scientific Reports erschienenen Studie.
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Was hat Botox mit dem Sexleben zu tun?

Es ist nicht das erste Mal, dass Wissenschaftler*innen das Zusammenspiel zwischen dem Nervengift und Gefühlen untersucht haben. Bereits in der Vergangenheit wurde festgestellt, dass Menschen mit gebotoxten Zornesfalten an der Stirn einen Rückgang von depressiven Stimmungen beobachten konnten. Jetzt forschte ein neues Team dahingehend, ob Injektionen in Muskelgruppen, die mit sexueller Lust in Verbindung gebracht werden (Lach- und Zornesfalten sowie die Partie rund ums Kinn), schlechtere Orgasmen zur Folge haben.
Dafür wurden 24 weibliche Testpersonen vor und nach der Botox-Behandlung untersucht und die Funde mit denen von 12 Frauen verglichen, die sich statt der Anti-Falten-Spritze anderen Treatments wie beispielsweise Peelings unterzogen hatten. Dafür füllten beide Testgruppen eine Reihe an Fragebögen zu ihren sexuellem Empfindungen, dem eigenen Gemütszustand und der Fähigkeit die Gefühle anderer lesen zu können aus.

Deine Mimik steht in direkter Verbindung mit deinem Lustempfinden

Wer dazu noch in der Lage ist, wird beim Lesen der Ergebnisse die Augenbraue hochziehen, denn 13 Frauen der Botox-Testgruppe gaben an, nach der Glättung ihrer Zornesfalte weniger sexuelle Befriedigung zu empfinden und schwerer zum Höhepunkt zu gelangen. Zudem beobachteten sie eine Minderung der Qualität ihrer Orgasmen. Auch der Rest, der sich Injektionen um die Augen herum unterzogen hatte, konnte seit dem Eingriff signifikante Einschränkungen in Bezug auf die eigene Sexualität feststellen.
„Die Funde untermalen die Wichtigkeit von Gesichtsausdrücken während des Geschlechtsverkehrs“, fassen die Forscher*innen ihre Tests zusammen. „Die Resultate suggerieren, dass die eigene Mimik nicht nur dazu dient, dem oder der Partner*in Lust zu signalisieren und Feedback zu geben, sondern sich ebenso auf das eigene Lustempfinden und den Orgasmus auswirkt. Unsere Funde zeigen die psychologischen Effekte von Injektionen auf. (…) Diese weitreichenden Nebenwirkungen sollten jede*n dazu anhalten, sich einen solchen Eingriff sehr gut zu überlegen.“
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