Das sind die Frauen hinter der Nike „Beautiful X Powerful“-Kampagne

„The only one who can tell you 'you can't' is you. And you don't have to listen.“ – Nike
[„Der einzige Mensch, der dir sagen kann ‚Du schaffst das nicht‘, bist du. Und du musst nicht auf dich hören.“]

„Fear less. Do more. Get outside and get after it.“ – Nike
[„Fürchte dich nicht. Tue mehr. Geh' raus und hol's dir.“]

„The harder you push, the more you are pulled.“ – Nike
[„Je stärker du dich selbst pushst, desto stärke ziehst du die anderen mit.“]

„Everything you need is already inside.“ – Nike
[„Alles, was du brauchst, trägst du in dir.“]

„Strong is the new beautiful.“ – Nike
[„Stark ist das neue Schön.“]

„Just do it.“ – Nike
[„Tu's einfach.“]

„You are entirely up to you. Make your body. Make your life. Make yourself.“ – Nike
[„Du gehörst nur dir selbst. Es ist dein Körper. Es ist dein Leben. Du bist dein.“]

„There is no finish line.“ – Nike
[„Es gibt keine Ziellinie.“]
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Photo: Courtesy of Nike.
Nike kann gut mit Worten. Seit der ersten „Just do it“-Kampagne 1988 hat die Sportmarke normale Menschen dazu inspiriert, Übernormales zu schaffen. Es ging dabei nie explizit um Geschlechterunterschiede, doch vor einem feministischem Hintergrund lesen sie sich, als wären sie dafür gemacht. Der letzte, „There is no finish line“ bezieht sich zum Beispiel auf eine Frau namens Joan Benoit Samuelson, die 1984 beim ersten Frauenmarathon in Los Angeles mitlief und nach überwältigenden 2 Stunden, 24 Minuten und 52 Sekunden im Ziel ankam. Zuvor herrschte die allgemeine Überzeugung, dass Frauen schlicht körperlich nicht fähig wären, Distanzen länger als 1500 Meter zu bewältigen. „There is no finish line“ ist Joans persönliches Mantra, das Nike sich geliehen hat, um ihrer Überzeugung Nachdruck zu verleihen, dass Frauen im Sport genauso unterstützt gehören wie Männer. Anders gesagt: Nike hat bisher keine Abstriche gemacht, wenn es darum ging, Frauen den Weg in den Sport zu ebnen. Sie haben ihren Worten immer Taten folgen lassen, etwa mit ihrer Jahrzehnte alten NikeWomen Community, die Frauen ein sicheres Trainingslager bietet, oder aber die NikeWomen’s Victory Tour, bei der Frauen aus aller Welt von Athen bis Manila an Läufen teilnehmen.

Von Joan inspiriert hat Nike kürzlich eine Sneaker-Kollektion entworfen, die den schwindelerregend schönen Namen Beautiful X Powerful trägt und vier neu aufgelegte Kultklassiker umfasst: den Cortez, den Air Max Thea Ultra, den Air Presto und den Air Huarache, allesamt in Schwarz-Schwarz. Die Kampagne wurde am Sonntag in Paris vorgestellt, direkt nachdem in der Stadt ein von Nike organisierter 10km-Lauf stattgefunden hat. Gesichter der Kampagne sind das brasilianische Model und Hardcore-Läuferin Izabel Goulart, die beim Lauf am Sonntag ihre persönliche Bestzeit um weitere 6 Minuten überboten hat, und Refinery-Liebling Naomi Shimada, die Model, Dokumentarfilmemacherin und, eher zufällig, auch Stellvertreterin für ein gesundes, positives Körper- und Selbstbewusstsein.
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Journalistin und Gründerin des britischen The Working Women’s Club, Phoebe Lovatt, moderierte das Launch-Panel, an dem außerdem auch die französische DJ Louise Chen, Designerin Sandy Liang und Mode- und Fitnessexpertin Elle Hankinson teilnahmen. Das Gespräch, das stattfand, sollte eigentlich direkt in den Lehrplan einer jeden Schule übergehen, weil alles gesagt wurde, was Mädchen (und Jungen!) schon von klein auf hören sollten. Dabei ging es in der Diskussion, wenn überhaupt, dann nur sehr marginal um Nike, was wiederum mehr über die Marke aussagt als alles, was sie selbst darüber hätten sagen können. Anstatt einen PR-Talk zu halten, unterhielten sich die fünf Frauen über die realen Probleme und Hürden, die Frauen im Beruf widerfahren und wie sie damit zurechtkommen, wie sie zu sich selbst und zu mehr Selbstbewusstsein gefunden haben. Sie erzählten offen und ehrlich, wie sie zu dem wurden, was sie heute sind, und wie sie sich selbst das Umsetzen ihrer Ideen ermöglicht haben.

„Uns werden so oft Grenzen gesetzt“, so Naomi, „Menschen brauchen das. Es geht ihnen besser, wenn sie ihr Gegenüber in Schubladen stecken können. Ich habe lange Zeit versucht, in eine Schublade zu passen, und ich glaube, wir alle haben das früher oder später einmal versucht. Es fängt schon in der Schule an, wenn man sich fragt ‚Wer bin ich? Was mag ich? Wo gehöre ich hin?‘ Ich fange auch erst jetzt an, mich so zu akzeptieren wie ich bin, weil ich einfach nicht in eine Schublade passe. Und das ist auch einfach gut so, ich zähle es heute zu meinen Stärken. Glaubt mir, das ist ein langwieriger, anstrengender Weg. Ich arbeite, seit ich klein bin, als Model, aber erst jetzt habe ich das Gefühl, dass ich dabei wirklich ich sein kann und es auch ausschließlich für mich tue. Uns wird ein Leben lang suggeriert, wir müssten perfekt sein. Was ich der Öffentlichkeit nun sagen möchte, ist: Ich bin nicht perfekt. Meine Schwächen sind gleichzeitig meine Stärken. Und damit spreche ich hier für jede und jeden.“

„Das ist eine ganz neue Definition von Stärke bei Frauen“, fügt Louise Chen hinzu, „so selbstbewusst zu sein und sagen zu können ‚vielleicht sollte ich einfach in mich hinein und auf meinen eigenen Rhythmus hören und nicht nach irgendwelchen Prinzipien, vor allem nicht nach männlich definierten Prinzipien leben.‘ Das Konzept, dass Stärke nur dann erreicht werden kann, wenn man aggressiv ist und sein Privatleben gänzlich opfert, ist pures Gift. Ich hatte das große Glück in einem vorrangig matriarchalen Haushalt groß zu werden, mit vielen arbeitenden Frauen in meinem Umfeld. Und ich konnte ihnen dabei zusehen, wie sie es schafften, gleichzeitig Mutter, Liebhaberin und berufstätig zu sein. Denn das ist doch eigentlich Stärke: Sie waren sowohl verletzlich, als auch hart im Nehmen.“ Für die vollständigen Statements findet ihr das Video vom Facebook Live Stream zum Launch der Beautiful X Powerful Kampagne.
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Im weiteren Verlauf nahm das Gespräch Bezug auf den sich verbreitenden Trend, dass immer mehr Marken mittlerweile mit „echten Frauen“ als Gesichter ihrer Kampagnen anstelle von konventionellen Models werben. Und obwohl feministische Kampagnen prinzipiell begrüßt werden sollten, schwingt immer auch die Befürchtung mit, dass es sich hierbei nur um einen vorübergehenden Trend handelt. Phoebe sagte dazu: „Die Tatsache, dass Marken dieses Thema ansprechen, zeugt zwar von kritischer Auseinandersetzung und echten Veränderungen, bringt uns aber auch gleich zum nächsten Schritt. Die neue Herausforderung wird es nun sein, den Worten Taten folgen zu lassen. Es kann nicht bei einer einfachen Verbalisierung bleiben, die erleichtert feststellt, ‚Wie cool! Wir sind jetzt alle stark!‘ Wie wird die Transferleistung danach aussehen? Wie können wir das anhaltende Lohngefälle schließen? Wir können wir erreichen, dass wir als Frauen uns irgendwann alle wohl in unserer Haut fühlen?“
„Ich trage meistens Größe 40-42 und sehe jetzt erst langsam Veränderungen“, stimmt Naomi zu, „Ich schätze mich sehr glücklich, Teil dieser neuen Entwicklung zu sein, aber wir müssen dafür sorgen, dass es eine anhaltende Veränderung ist, die wir hier schaffen, und nicht einfach Clickbait und heiße PR-Luft. Es muss ein Lifestyle werden, ein Wechsel in der kollektiven Wahrnehmung,“

Dieser Wechsel fühlt sich für viele noch immer sehr forciert und plötzlich an, das mag sein, aber hier in dieser Runde, unter diesen fünf großartigen Frauen, scheint es so, als hätte Nike wahre Arbeit geleistet und das Werbeversprechen eingehalten: „Take the higher road and go higher“ – „Beschreite den rechten Weg und gehe noch viel weiter“, ist ein weiteres der Markencredos. Die Beautiful X Powerful-Kollektion ist klein und diskret, sie wirkt echt, solide. Sie fühlt sich an wie etwas, das dich auf deinem Weg ins Ziel unterstützt.
Die Kollektion ist ab Donnerstag, den 6. Oktober, erhältlich.
www.nike.com/sportswear
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