Wie die Oscars auf Trumps Travel Ban & Islamophobie reagieren

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Die Academy Awards sind traditionell mehr als nur eine Wertschätzung guter Filme. Am Abend der Oscar-Verleihung kommen Menschen aus unterschiedlichsten Ländern, unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Genres zusammen, um einander zu feiern. Da kann – und sollte – es schon mal politisch werden.
Was die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), die hinter der jährlichen Preisverleihung steht, in Sachen politische Statements nicht schafft, übernehmen jedoch oft die geladenen Gäste selbst. So auch am gestrigen Sonntagabend: Wie zu erwarten war, stand die Kritik an Trumps Politik und der seit seiner Wahl wachsenden, islamophoben Stimmung im Vordergrund der Anspielungen vieler anwesender Filmschaffender.
Die fünf bewegendsten Momente haben wir für euch hier zusammengefasst.
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Die US-amerikanische Regisseurin Ava DuVernay, die mit ihrem neuesten Werk 13th für den Oscar für die beste Dokumentation nominiert war, hat sich bewusst für ein Kleid des libanesischen Labels Ashi Studio entschlossen. In einem persönlichen Tweet zur Show heißt es: „Ein kleines Zeichen der Solidarität. Ich habe mich für ein Kleid eines Labels aus einem mehrheitlich muslimischen Land entschieden.“
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Asghar Farhadi hat den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten. Der iranische Regisseur ist trotz Aufhebung des Einreiseverbots für iranische Staatsangehörige nicht zur Verleihung gekommen. An seiner Stelle nahm Anousheh Ansari den Preis entgegen und verlas die Rede Farhadis. „Meine Abwesenheit dient dem Respekt meines Volkes und denen der anderen sechs Länder, welche von dem menschenunwürdigen, respektlosen Einreiseverbot der USA betroffen sind. Die Welt in ‚uns‘ und ‚die Anderen‘ zu teilen, schafft Angst – eine trügerische Rechtfertigung für Rückschritt und Krieg. Diese Kriege unterdrücken Demokratie und Menschenrechte in Ländern, die sowieso schon Opfer von Unterdrückung sind“, lautete es unter Anderem in der Ansprache Farhadis.

Anousheh Ansari, selbst gebürtige Iranerin, ist Ingenieurin und die erste muslimische Astronautin. Sie war zudem 2006 die erste Frau, die aus nicht-Forschungsgründen ins All reiste.
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Hala Kamil ist die Protagonistin des Films „Watani: My Homeland“ und zeigt die packende Geschichte einer aus Syrien geflüchteten Familie und ihren Versuch, sich in Deutschland zurechtzufinden und ein neues Leben zu beginnen. Ihre Anwesenheit bei den Oscars war nicht selbstverständlich, da auch sie vorerst durch das von Trump angeordnete Einreiseverbot für u.A. syrische Staatsleute nicht hätte einfliegen dürfen.
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Supermodel Karlie Kloss und die Oscar-nominierte Ruth Negga waren nur zwei von vielen, die am Sonntagabend eine blaue Schleife am Körper trugen. Das kleine Accessoire wurde „Standing with the ACLU“-Schleife getauft. Die ACLU (American Civil Liberties Union) ist ein Verband von Rechtsanwälten und Juristen, die am letzten Januarwochenende Einspruch gegen das von Trump auferlegte Einreiseverbot erhoben und somit seine Rechtmäßigkeit kippten. Seitdem haben sich die Spenden an das Bündnis vervielfacht. Prominente zeigen nun ganz offiziell, dass sie zu der Organisation und ihre Aktionen – und für ein freies Amerika – stehen.
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Eine Sache hat die Academy scheinbar selbst registriert: Religion darf bei der Auswahl der besten Darsteller und Filme keine Rolle spielen. Mahershala Ali hat als erster Muslim den Oscar für den besten Nebendarsteller für seinen Part im besten Film des Jahres Moonlight gewonnen.

Moonlight kommt am 9. März in die deutschen Kinos.
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