Wie man eine Woche als Social Media Manager in Berlin mit 1.800 € netto lebt

Über Geld spricht man jetzt

Bei Money Diaries sprechen wir über eines der letzten Tabus unseres Zeitalters: Geld. Hier erzählen uns Frauen, wie und wofür sie ihr hart erarbeitetes Gehalt in einer Woche ausgeben – und das bis auf den letzten Cent runtergebrochen.
In dieser Woche sprechen wir mit einer Social Media & Marketing Managerin in Berlin. Sie arbeitet für ein Sporttechnologieunternehmen und verdient jährlich knappe 36.000 Euro brutto.
Job: Social Media & Marketing Manager
Branche: Sporttechnologie
Alter: 24
Ort: Berlin
Jahresgehalt (brutto): 36.000 €
Monatsgehalt (netto): 1.875 €
Monatliche Fixkosten:
Miete: 510 € inkl. Nebenkosten & Internet (Ich liebe Berlin)
Kredite/Schulden: 120 € monatlich
Netflix: 10 €
Reisen: monatlich 120 € Hin- & Rückflug nach/von Kopenhagen, wo meine Freundin wohnt
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Tag 1: Montag



Ich habe erst kürzlich einen Großeinkauf gemacht, deshalb habe ich genügend Zeug parat, um mir ein sättigendes Frühstück zu machen: Haferflocken mit Schokoladen-Proteinpulver und Erdnussmus. Dazu eine Tasse Kaffee mit Milch – die Milch gehört meiner Mitbewohnerin, wenn sie das wüsste, würde sie mich direkt zur Rede stellen, aber zum Glück schläft sie noch.

Mein Weg zur Arbeit ist in der Regel eine Achterbahnfahrt für meinen Adrenalinpegel, denn ich muss zugeben: Ich kaufe mir meist keine Fahrkarte. Anfangs hatte ich ein schlechtes Gewissen, aber ehrlich gesagt machen das 90 Prozent meiner Freunde hier so. No risk, no fun!

Da ich in einem Unternehmen für Fitnesstechnologie und Nahrungsergänzungsmitteln arbeite, haben wir eigentlich immer Nüsse und ein paar gesunde Snacks auf Vorrat, die Snacks für den Heißhunger sind also gesichert. Zu Mittag hole ich mir einen Salat mit frischem Gemüse und Hähnchen für € 5,20 und zum Nachtisch einen Kurkuma Latte und einen veganen Cookie für € 5,40.

Auf dem Heimweg packt mich ein mulmiges Bauchgefühl und ich kaufe mir eine Fahrkarte: € 2,80. An meiner Station angekommen, mache ich noch einen Umweg und gehe einkaufen, damit ich für den Rest der Woche Essen vorbereiten kann: € 31,49.

Gesamtkosten: 44,89 €
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Tag 2, Dienstag

Klassisches Haferflockenfrühstück, Kaffee, Sport, Büro – doch vorher hole ich mir noch einen Soja Latte für € 3,20.

Mein Mittagessen habe ich, wie eine total erwachsene Frau, von zuhause mitgebracht: Spinat & Salatmischung mit Thunfisch aus der Dose, gebratene Zucchini und Süßkartoffeln. Da ich so früh beim Sport war, verschlinge ich mein Mittagessen schon relativ früh, sodass mich um 16 Uhr ein toter-Punkt-Heißhunger packt. Da ich heute keine Lust mehr auf Nüsse und Obst habe, gehe ich zum Lidl gegenüber und hole mir eine Brezel und einen Becher Skyr für € 2,10.

Eine Freundin aus London besucht mich heute spontan. Eigentlich hatte eine Bekannte uns auf die Gästeliste eines Konzerts gesetzt, aber das fällt leider aus. Deshalb lade ich sie kurzfristig zum Burgeressen beim Burgermeister ein: € 14,88.

Gesamtkosten: 20,18 €
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Tag 3, Mittwoch

Heute gönn ich mir nach dem Standardfrühstück einen Iced Americano auf dem Weg zur Arbeit für € 2,80.

Zum Mittagessen holt mich meine Londoner Freundin ab und lädt mich als Gegenleistung für den Burger ein – Jackpot!

Nach der Arbeit fahre ich direkt zum Hauptbahnhof, wo ich meine Freundin treffe, die heute Abend gleich wieder zurück nach London fliegt. Auf dem Weg nach Hause muss ich umsteigen und falle vor Hunger fast um, also hole ich mir bei dem Backshop auf dem Bahnsteig eine Käsebrezel für € 1,20.

Ich kaufe mir außerdem ein 4-Fahrten-Ticket, nur so als Back-up: € 9,00.

Zuhause angekommen koche ich etwas schnelles, mache Friends an und schlafe dabei ein.

Gesamtkosten: 13,00 €
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Tag 4: Donnerstag

Zuhause frühstücke ich und mache mich fertig, auf dem Weg zur Bahn – ich habe jetzt offiziell ein Ticket – hole ich mir noch einen Soja-Kardamom-Latte für € 3,20.

Ein paar Stunden später habe ich ein Meeting und schaffe es bis dahin nicht, etwas ordentliches zu mir zu nehmen. Außerdem wird das Meeting lang und ich bin jetzt schon müde – ich brauche also ganz klar Zucker: veganer Schokocookie,, € 2,50.

Nach der Arbeit gehe ich in das Fitnessstudio, das ich in den letzten Wochen probeweise umsonst genutzt habe. Heute muss ich mich allerdings entscheiden, ob ich einen Vertrag unterschreiben will oder nicht. Ich entscheide mich dafür, da die monatlichen Kosten nur bei € 19,90 liegen. Mit einmaligen Anmeldegebühren zahle ich diesmal € 48,90.

Zuhause angekommen mache ich mir einen schnelle Gemüsepfanne mit Zucchini, Süßkartoffeln, Zuckerschoten und zwei Eiern. Danach gibt es noch eine Schale Erdbeeren mit Erdnussmus und ein Glas Sojamilch.

Gesamtkosten: 54,60 €
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Tag 5: Freitag

Müde. Totmüde. Heißt: Iced Americano auf dem Weg zur Arbeit – € 3,20.

Ich lade mir für € 4,49 eine Fitness-Guide-App runter, weil ich nur eine kostenfreie Probesession mit dem Trainer gebucht hatte.

Nach der Arbeit gehe ich zum Sport und von dort direkt nach Hause. Zu Abend gibt es das selbe wie gestern und einen Proteinshake. Danach packt mich leider noch ein wirklich, wirklich starker Heißhunger, also kaufe ich mir beim Späti in meinem Haus eine Tafel Milka Oreo für € 1,59. So kann ich den Abend in der Badewanne mit ein paar Folgen Friends ausklingen lassen und um zehn ins Bett fallen, wie sich das für eine Oma wie mich gehört.

Gesamtkosten: 9,28 €
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Tag 6: Samstag

Ich schlafe aus, mache mir ein proteinreiches Frühstück und skype mit meiner Freundin. Obwohl es Samstag ist, habe ich ein bisschen Stress, weil ich in zwei Wochen ausziehen muss und aktuell noch Wohnungen besichtige. Außerdem muss ich daran denken, möglichst preiswerte Umzugskartons zu finden.

Um 12:45 Uhr habe ich die erste Besichtigung. Da die Wohnung etwas weiter draußen ist, gönne ich mir auf dem Weg noch einen Kaffee und ein Toast von Starbucks – € 6,90.

Da meine vier Fahrten aufgebraucht sind, brauche ich ein neues Ticket. Da ich heute viel rumfahren muss, kaufe ich mir ein Tagesticket für € 7,00.

Auf dem Rückweg muss ich am Alexanderplatz warten, weil der Bahnverkehr wegen technischer Störungen gerade unterbrochen ist. Es ist spät, ich bin schon den ganzen Tag auf den Beinen, habe schlechte Laune, weil die Wohnung zwar schön, aber viel zu weit draußen ist. Das alles führt zu einem Salat bei Subway, und einem Cookie, Chips und einem Karamell-Latte bei Dunkin Donuts. Je satter ich werde und je länger ich über die Wohnung nachdenke, desto klarer ist mir: Das wird nichts. Immerhin € 12,60 am Bahnhof gelassen.

Die Züge fahren immer noch nicht und ich beschließe zu laufen. Auf dem Weg schaue ich bei überteuerten Läden vorbei und bemerke, dass ich gerade wirklich kein Geld für großartige Anschaffungen habe.

Nach zweieinhalb Stunden komme ich zuhause an und habe direkt wieder Hunger: Resteessen von der ganzen Woche. Doch für Sonntag ist nichts mehr da, also muss ich mir doch nochmal Hosen anziehen und rausgehen. Diesmal kaufe ich anderes Gemüse, ein bisschen Hähnchen und Soja-Geschnetzeltes, alles in allem: € 20,17.

Gesamtkosten: 46,67 €
7 von 7
Tag 7: Sonntag

Ich schlafe aus, mache mir mein klassisches Haferflockenfrühstück und verbringe den Tag zwischen Sofa, Küchentisch und Bett rotierend. Abends zwinge ich mich doch noch etwas ins Fitnessstudio. Danach gibt es einen Proteinshake und Gemüsepfanne mit Soja-Geschnetzeltem. Ich koch extra viel, damit ich für die nächsten Tage was für die Arbeit habe. Geld gebe ich an diesem Sonntag nicht aus – yay!

Gesamtkosten: 0 €
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