Koreanische Kosmetik gibt's jetzt auch in München

FOTO: Iulia Pironea
Weltweit ist koreanische Kosmetik gerade „the next big thing“ und der Hype schwappt auch immer mehr Richtung Deutschland. In München hat nun der erste Korean Beauty Store der Stadt eröffnet. Wir haben die stolze Besitzerin zum Interview getroffen.
Lilin Yang strahlt, als sie uns in der Westenriederstraße 8 begrüßt. Zum einen, weil sie gerade MiiN-Cosmetics, ihr Geschäft für koreanische Kosmetik in München eröffnet hat. Zum anderen, weil sie diesen unverschämt gesund-glänzenden Teint hat, den Beautyexperten als „Glow“ bezeichnen. Zwei gute Gründe, um ihr einige Fragen rund ums Thema Korean Beauty, Schönheitsideale und die perfekte Reinigung der Haut zu stellen!

Du hast beneidenswerte Haut. Was ist der Trick?

Das allerwichtigste: Double Cleansing! Man muss zwei Produkte für die Hautreinigung benutzen. Zuerst das Make-up entfernen (z.B. mit Mizellen-Gesichtswasser) und dann noch einen Cleanser verwenden. Reinigung ist wirklich das A und O und das machen alle so in Korea. Sonst hat man lauter Mitesser.
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Ich finde schöne Haut extrem wichtig. Es gibt Selbstvertrauen.

Lilin Yang


Ich habe von der sogenannten Layering-Technik gelesen. Wie genau funktioniert das?

Damit ist die Beautyroutine der Koreaner gemeint, die aufeinander aufbaut. Meine folgt diesen Schritten: Make-up-Entferner, Cleanser, Toner, Essenz-Toner (ein reichhaltiger Toner mit mehr Wirkung, wie zum Beispiel einem liftenden Effekt), Serum, Creme, Augencreme. Etwa einmal pro Woche benutze ich ein Peeling, zwei bis drei Mal pro Woche eine Maske, z.B. mit Whitening-Effekt. Die Europäer schreckt das Wort ab, weil sie glauben es ist eine Bleiche. Aber es geht um einen ebenmäßigen Teint, der richtig strahlt. Das mache ich jeden Tag so. Nur am Morgen verwende ich keine Maske und benutze nur einen Toner. Es dauert etwa 15 Minuten und am Abend etwa 20 bis 25 Minuten oder länger, je nach Maske, da sie einwirken muss.

Das dauert ja ewig.

Probier es aus! Man denkt vielleicht zuerst: Wow, so viel Zeit für Hautpflege? Aber ich bin daran so gewöhnt, dass ich diese tägliche Routine als Entspannung sehe, sie genieße und mich danach gut fühlen.

Man sagt Koreanerinnen nach, dass sie von schöner Haut geradezu besessen sind.

Ja absolut. In Korea ist wirklich jeder ­– egal ob Frau oder Mann – gepflegt und sieht ordentlich aus. Ich glaube es gehört zur Mentalität. Sie sind sehr konkurrenzbewusst und wollen immer wie die beste Version ihrer selbst aussehen, um einen guten Job zu finden. Ich finde schöne Haut auch extrem wichtig. Es gibt Selbstvertrauen.
FOTO: Iulia Pironea


Gibt es in Korea eine Idealfrau? Vielleicht Kim Kardashian?

Um in Korea berühmt zu sein, muss man einfach perfekt aussehen. Völlig makellos: Porzellanteint, also helle Haut und superschmal ist die Maxime. Ein anderes Schönheitsideal gibt es nicht.

Was unterscheidet koreanische Kosmetik eigentlich von europäischen oder amerikanischen Produkten?

Zuallererst der Preis. Wir haben viele Produkte für 20 oder 30 Euro, mit denen man mindestens genauso gute Resultate erzielt, wie bei der Anwendung von bekannten, teuren Marken. Der zweite Punkt ist sicherlich das Design. Europäer mögen normalerweise cleane und elegante Kosmetik. Koreanische Produkte hingegen sind sehr kreativ und ausgefallen gestaltet, das weckt die Neugierde. Alles ist effizient und noch dazu macht es Spaß, wie zum Beispiel die Tomatox-Maske von Tony Molly, die wie eine Tomate gestaltet ist.
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Wieso ist sie denn so günstig

Ich weiß es gar nicht genau, aber ich denke insgesamt ist das Einkommenslevel geringer. Außerdem nutzen die Hersteller viele heimische Inhaltsstoffe.

Warum ist Kosmetik aus Südkorea gerade der letzte Schrei?

In China, Asien, Vietnam, Thailand, also in ganz Asien, ist sie schon lange Maßstab aller Dinge. Ich habe die Entwicklung während vieler Reisen beobachtet und dachte mir: Daraus muss man etwas machen! Ich wohne in Barcelona und habe dort den ersten Store eröffnet. Er ist sehr klein, sehr süß und läuft wirklich super. Unsere Kunden in Spanien lieben es, sie kommen immer wieder. Das war die Bestätigung für meine Pläne zu expandieren. Wir haben mittlerweile drei Beautyshops (Madrid, Barcelona, München) und planen weitere in Italien und Frankreich.

Mit koreanischer Kosmetik hat man die gleichen Effekte [wie bei europäischen Luxusmarken] für weniger Geld.

Lilin Yang


Du stammst aus China. Wie bist du denn auf koreanische Kosmetik aufmerksam geworden?

Schon als kleines Kind, durch meine Mutter. Mit 16 habe ich angefangen die Produkte selbst zu benutzen. Wir sind riesige Fans und kennen alle Marken.

Hast du je andere Kosmetik benutzt?

Natürlich: Clinique, Sisley, Chanel. Das sind gute Produkte, aber der Preis ist einfach viel höher. Mit koreanischer Kosmetik hat man die gleichen Effekte für weniger Geld.

Sind denn die Inhaltsstoffe koreanischer Produkte natürlich?

Viele sind organic oder vegan. Besonders bei den Brands, die gerade angesagt sind, wie Klairs oder Aromatica. Aber eigentlich versuchen alle Marken, die wir führen, die Produkte so natürlich wie möglich zu gestalten, mit Inhaltsstoffen wie Grünem Tee, Sojabohnen oder Lotus. Die Kunden verlangen danach zunehmend – besonders die Deutschen!

Gibt es einen Bestseller?

Ja, das Reinigungsöl von Klairs. Das ist sogar manchmal in Korea ausverkauft. Eine meiner Kundinnen aus China schickte ihren Bruder nach Korea, um es zu kaufen. Weil es „sold out“ war, flog sie zu mir nach Barcelona in den Store, um es zu kaufen. Ich benutze es übrigens auch, denn damit kann man das komplette Make-up gründlich entfernen und es gibt keine Hautirritationen.

Was sind die allerneusten Beautytrends aus Korea?

Alle zwei Monate gibt es in Korea einen neuen Hype und auch die Verpackungen ändern sich ständig. Momentan sind es Peeling-Pads. Also kein Peeling-Gel oder Pulver, sondern getränkte Wattepads mit Peelingeffekt. Außerdem das „Cushion-Make-up“: Ein Make-up mit einem getränkten Kissen. Im Prinzip ähnelt es einer BB-Cream, aber es ist noch pflegender und schützender und ist in allen Hautnuancen erhältlich. Total in sind auch die Bubble-Masken: Man trägt sie auf und dann entstehen kleine Bläschen, das reinigt die Poren wunderbar –ich benutze sie auch einmal die Woche. Dann gibt es noch die Sauna-Maske: Eine Folie, die man auflegt und die dann heiß wird­–­ sehr beliebt.

Ich habe noch nie koreanische Kosmetik ausprobiert. Welches Produkt würden Sie mir für den Einstieg empfehlen?

Definitiv die Masken! Man sieht den Vorher-Nachher-Effekt extrem schnell, zum Beispiel bei unausgeglichener oder sehr trockener Haut. Das empfehlen wir auch neuen Kunden, denn dann wissen wir ziemlich sicher: Sie kommen zurück und wollen mehr.

MiiN Korean Cosmetics findet ihr in der Westenriederstraße 8 in München. Der Store hat Montag bis Samstag zwischen 10 un 19 Uhr geöffnet.
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