LGBTQ+-Stylesprache: Was die Farben beim Hanky Code bedeuten

Photo: Michael Smith/Newsmakers.
Hast du schonmal was vom Hanky Code gehört? Oder vielleicht kennst du es unter Banana Code oder Flagging? Wenn du jetzt völlig verdutzt auf dein Smartphone schaust und dich fragst, wovon ich da eigentlich rede, ist das okay. Bis vor Kurzem wusste ich selbst nicht, was das zu bedeuten hat, aber einmal in der Materie drin, eröffnet sich dir eine komplett neue Welt.
Dieser Code wird nämlich von Menschen der LGBTQ+-Community verwendet. In den 70ern wurde der Handkerchief Code besonders bei homosexuellen Männern beliebt, um zu zeigen, dass sie an Gelegenheitssex interessiert sind. Dafür stopften sie ein farbiges Taschentuch in eine der hinteren Hosentaschen. Je nachdem welche Farbe das Tuch hatte, wurde eine andere sexuelle Vorliebe oder Sexstellung damit in Verbindung gebracht. Sogar die Taschenseite hatte eine eigene Bedeutung. Codes wie dieser wurden schon lange von der LGBTQ+-Community genutzt, um sich an öffentlichen Orten vor anderen queer Menschen zu outen. Bis ins 19. Jahrhundert reicht die Geschichte zurück, aber auch heute noch werden sie weltweit verwendet.
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Was die genaue Ursprungsgeschichte angeht, gibt es verschiedene Theorien. Einige glauben beispielsweise, der Code wurde in San Francisco erfunden, weil es dort beim Square Dance oft zu wenige Frauen gab und die Männer dann die Schrittfolge der Frauen übernehmen mussten. Damit man wusste, welcher Mann den “weiblichen“ Part übernimmt, trugen beide Tanzpartner verschiedene Bandanas um den Hals: Rot für Frau und Blau für Mann. Andere wiederum glauben, dass der Code erst in den 80ern in NYC salonfähig wurde, als ein Schreiber der Village Voice, darüber Witze machte, dass man Anstelle von Schlüsseln (eine andere Möglichkeit, um zu zeigen, dass man der dominante oder submissive Part beim Sex ist) ein Taschentuch mit sich tragen könnte.
Im Gegensatz zur Geschichte ist man sich was die Bedeutungen der Farben angeht im Großen und Ganzen einig. Bereit, etwas Wichtiges zu lernen? Dann hol schon mal Papier und Stift, denn ich erkläre dir jetzt, was die zehn Farben der Taschentücher bedeuten:
Gelb: Urin-Fetisch
Orange: Für alles offen
Rot: Fisting
Lila: Sex mit Intimpiercing
Grün: Eskort
Hellblau: Oralverkehr
Dunkelblau: Analsex
Braun: Kot-Fetisch
Grau: Bondage
Schwarz: Sadomasochismus
Wie schon gesagt, hat auch die Taschenseite eine Bedeutung: Wenn du dein Taschentuch in der linken hinteren Hosentasche trägst, bist du eher submissiv, also magst es beim Sex penetriert zu werden. Dominante Sexualpartner*innen tragen ihr Tuch dagegen in der rechten hinteren Hosentasche, was bedeutet, dass sie lieber penetrieren. Leider ist nicht ganz klar, was man macht, wenn man beides gerne tut.
Photo: Michael Nagle/Getty Images.
Jetzt weißt du alles Wissenswerte über die geheimnisvollen Taschentücher, die dir bestimmt schon mal bei den Pride-Paraden aufgefallen sind. Und hey, besuch’ vielleicht selbst mal deinen lokalen LGBTQ+-Sexshop und hol dir deine eigenen Handkerchiefs. Auch wenn sie eher von homosexuellen Männern verwendet werden, kennt dieser Code eigentlich kein Geschlecht und keine sexuelle Orientierung. Abgesehen davon ist es in Zeiten von Grindr und Tinder doch auch mal schön, Sexualpartner*innen auf die Oldschool-Art zu suchen, oder?
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