WM in Russland: So schmuggelten LGBTQ-Aktivist*innen eine Pride-Flagge rein

Photographed by Javier Tles
2013 wurde in Russland „homosexuelle Propaganda“ verboten – und damit auch die Regenbogenflagge. 2017 verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Gesetze, weil sie diskriminierend sind und Homophobie fördern. Obwohl Homosexualität 1993 legalisiert wurde, sind homophobe Vorurteile auch heute noch weit verbreitet.
Eine Gruppe von Aktivist*innen schaffte es dennoch, das Gesetz auf clevere Art und Weise zu umgehen: Sechs Personen aus Spanien, den Niederlanden, Brasilien, Mexiko, Argentinien und Kolumbien machten sich den Wirbel um die Fußballweltmeisterschaft zunutze und brachten die Pride-Flagge, ein Symbol für Identität und Solidarität, in die russische Hauptstadt.
Mit den Fußballtrikots ihrer Nationen bildeten sie zusammen einen Regenbogen. Das Projekt läuft unter dem Namen Hidden Flag (versteckte Flagge) und hat das Ziel, „die Sichtbarkeit der Menschen zu erhöhen, die in Russland leben, diskriminiert werden und jeden Tag Angst haben müssen“, so die Aktivist*innen.
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Photographed by Javier Tles
Ein Gruppenmitglied, das unerkannt bleiben möchte, sagte, dass sie*er das öffentliche Bewusstsein schärfen und zu Konversationen über LGBTQ-Diskriminierung auf der ganzen Welt in Gang bringen wollte.
„Weil die spanische Gay Pride Week und die WM parallel stattfanden, war das einfach der perfekte Zeitpunkt für die Aktion. Zusammen mit FELGTB (Spaniens größter LBGTQ-Organisation) wollten wir so viel Aufmerksamkeit wie möglich erregen, um auf die diskriminierenden Gesetze in Russland hinzuweisen und für eine Veränderung zu kämpfen“, so ein*e Sprecher*in. „Wegen der WM schaut gerade die ganze Welt auf Russland, was uns dabei hilft, unsere Message zu verbreiten und gleichzeitig die Protestierenden zu schützen.“
Die Reaktionen auf die Initiative waren überwältigend positiv. Mittlerweile findet man online überall Fotos der Gruppe, nachdem sie von diversen LGBTQ-Gruppen, Aktivist*innen und Personen der Öffentlichkeit geteilt und die mutigen Frauen und Männer hinter der Hidden Flag für ihre Kreativität und ihren Einfallsreichtum hoch gelobt wurden – ganz zu recht!
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