Wieso Mode im Kampf um die Akzeptanz von Gender-Fluidity so wichtig ist

Mode ist für den non-binären, transfemme Entertainer, Autor und Aktivist Alok Vaid-Menon mehr als nur der Ausdruck seiner Identität und Gefühlswelt. Für den aufgeweckten New Yorker geht es vor allem um Akzeptanz in einer Welt, die transsexuelle Menschen diskriminiert.
"Wenn ich mich als feminin präsentiere, hat das bestimmte Konsequenzen. Präsentiere ich mich als maskulin, hat es keine", erklärt der Paradiesvogel mit dem knalligen Makeup. "Sobald ich Lippenstift auftrage, Ohrringe oder einen Rock anziehe, verändert sich meine ganze Realität." Für Menschen, die sich nicht mit dem bei ihrer Geburt festgelegten Geschlecht identifizieren, ist die morgendliche Outfit-Wahl keine oberflächliche Entscheidung, sondern die Vorbereitung auf einen weiteren Tag an der Front eines gesellschaftlichen Krieges um Toleranz. Mode ist also ein Ausdruck ihrer Selbst und gleichzeitig ein Appell an andere, sich mit ihren Vorurteilen auseinanderzusetzen.
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Wenn Mode politisch so aufgeladen ist, dass ein Outfit entscheiden kann, ob du lebst oder stirbst, muss man sich doch mal fragen, in was für einer Welt wir eigentlich leben?!

In einer Podiumsdiskussion zum Thema "gender-fluidity" (Menschen, die ihr Geschlecht als flexibel beschreiben) kommt Valid-Manon auf den schwierigen Diskurs bezüglich Transsexualität und der Ablehnung einer Kategorisierung zu sprechen. "Mir wird ganz oft gesagt, wie mutig es von mir sei, mich so laut und feminin zu kleiden. Diese Logik bringt transsexuelle Frauen und transfeminine Leute um, da uns aufgebürdet wird, mutig zu sein, anstatt der Gesellschaft aufzubürden, ihre Werte zu hinterfragen. Und so wird die morgendliche Wahl meines Outfits als mutig definiert, obwohl ich so viel mutigere Dinge in meinem Leben tue. Wenn Mode politisch so aufgeladen ist, dass ein Outfit über Leben oder Tod entscheiden kann, muss man sich doch mal fragen, in was für einer Welt wir eigentlich leben?!"
In unsere Serie "Sprich Klartext" erzählt Valid-Manon, was es heißt, die binäre Geschlechterordnung durch Mode zu hinterfragen und veraltete Ansichten herauszufordern.
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