Stirbt eigentlich tatsächlich mal wer in Outer Banks, Staffel 2?

Foto: freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Netflix
Achtung: Spoiler für das Finale der zweiten Staffel der Netflix-Serie Outer Banks direkt voraus!
Das Finale der zweiten Staffel 2 von Outer Banks bietet ein für die Hauptfiguren zufriedenstellendes – wenn auch beabsichtigt unvollständiges – Ende. Die Pogue-Clique, bestehend aus John B. (Chase Stokes), Sarah (Madelyn Cline), Kiara (Madison Bailey), Pope (Jonathan Daviss), JJ (Rudy Pankow) und Neuzugang Cleo (Carlacia Grant), versteckt sich auf einer verlassenen Karibikinsel und plant ihren nächsten Schritt. Sarahs Familie, die Übles im Sinn hat, ist mit dem unbezahlbaren Kreuz des Heiligen Domingo im Schlepptau auf dem Weg zu ihrer eigenen Privatinsel. Zu Hause trauern die Angehörigen der übrigen Pogues um das Verschwinden der anderen.
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Dann gibt es eine überraschende Wendung. John B.s Vater, Big John Routledge (Charles Halford), dessen Ermordung durch Ward, den Patriarchen der Cameron-Familie (Charles Esten), all die Ereignisse in Outer Banks auslöste, war also nie wirklich tot. Eine Wendung, bei der man sich fragt: „Stirbt eigentlich jemals jemand wirklich in dieser Serie?“
Big John taucht in den letzten zwei Minuten des Finales auf. Carla Limbray (Elizabeth Mitchell), die neueste Bösewichtin der zweiten Staffel, leitet die finale Szene mit ihrer Ankunft in Bridgeport in Barbados ein. Sie nähert sich einem Haus und ein unbekannter Mann öffnet die Tür. Er erklärt, dass diejenige Person, die Limbray auf die Insel geholt hat, im Hinterzimmer sitzt und „schon lange halb tot ist“. Der geheimnisvolle Mann ist Big John. Offensichtlich hat er Limbray über „das Gewand des Erlösers“ informiert, ein heiliges Gewand, von dem es heißt, es sei im Kreuz des Heiligen Domingo versteckt (wir erfahren zu Beginn der Staffel, dass die Gerüchte falsch waren). Limbray verbringt die gesamte zweite Staffel damit, nach dem Gewand zu suchen, da es der Mythologie nach Kranke heilen kann. Es ist somit Limbrays letzte Hoffnung, denn sie ist krank und steht kurz vor dem Tod.
„Ich weiß, wo es sich befindet“, sagt Big John. „Ich kann dir helfen. Als Gegenleistung musst du aber meinem Sohn helfen.“

Diese Wendung stellt alles auf den Kopf. In der achten Folge erfahren wir die Einzelheiten zu Big Johns „Verschwinden“, bei dem es sich in Wirklichkeit um Mord handelt. Big John und Ward waren Geschäftspartner, die auf der Suche nach Gold des Royal-Merchant-Schiffswracks, dem Herzstück der Schatzsuche in Outer Banks, waren (bis die Suche nach dem Kreuz in den Vordergrund rückt). Als Big John rechtliche Zusicherung von Ward verlangte, dass sie das Gold 80 zu 20 Prozent aufteilen würden, war Letzterer Big John auf einmal feindlich gesinnt. Es kam zu einem Kampf und Ward verpasste Big John eine – wie er dachte – tödliche Kopfverletzung. Anstatt Hilfe zu holen, warf Ward seine „Leiche“ ins Meer, um sich einen finanziellen Vorteil zu sichern.
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Rückblenden zeigen, dass Big John das Ganze überlebte und deshalb in der Lage war, John B. einen Hinweis aufs Royal-Merchant-Gold zu geben. Wir sehen eine Leiche in Big Johns Unterschlupf auf der Insel; die Leiche hält den Kompass, den Big John für seinen Sohn hinterließ, in derselben Position, in der wir Big John zuletzt lebend sahen. Dabei handelt es sich um John B.s Leiche. Nur ist sie das offenbar nicht, denn im Finale von Staffel 2 ist Big John lebendig und nicht gerade wohlauf auf Barbados zu sehen. Die Serie muss nun erklären, wie es möglich ist, dass Scooter (David Ury), ein anderer Partner von Ward, aber sehr wohl Big Johns „Leiche“ Monate zuvor fand. Outer Banks kann nicht einmal so tun, als sei der gerade erst wiederaufgetauchte Big John tatsächlich ein unerwarteter eineiiger Zwilling – was typisch für so eine melodramatische Serie wäre –, da er John B. anscheinend direkt als seinen „Sohn“ bezeichnet.
Fans sollten jedoch nicht überrascht sein, dass die Serie Outer Banks einen ihrer emotionalsten Todesfälle wieder rückgängig gemacht hat. Staffel 2 zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich weigert, den Tod einer wichtigen Figur wirklich zuzulassen. In der dritten Folge wird Sarah ärztlich untersucht, nachdem sie versehentlich von ihrem Bruder Rafe (Drew Starkey) angeschossen wurde. Nach der Operation erleidet sie aufgrund des massiven Blutverlustes einen Herzstillstand und ihr Arzt (Marshall Bell) teilt John B. mit, dass nichts mehr getan werden kann. John B. führt unter Tränen minutenlang Wiederbelebungsversuche an Sarahs leblosem Körper durch (viel zu viele Minuten, um das Gehirn eines Menschen ohne Sauerstoff zu versorgen, wie wir aus Grey's Anatomy wissen). Zunächst sieht es so aus, als ob Outer Banks bereit sei, eine geliebte Hauptfigur wie Sarah gehen zu lassen, um der Pogues-Crew einen neuen Grund zu geben, sich an den Camerons zu rächen – oder ganz pragmatisch, um Sarahs Darstellerin Madelyn Cline von ihren Verpflichtungen in Zusammenhang mit der Serie zu befreien, damit sie für Knives Out 2 auf Jachten abhängen kann. Aber dann sagt John B. zu Sarahs „Leiche“: „Ich liebe dich.“ Plötzlich piept ihr Monitor wieder. Ihr Finger zittert. Sarah ist am Leben.
Sarahs Dad ist genauso wenig tot. Er behauptet Sarah gegenüber, dass er den ganzen Vorfall nur vorgetäuscht habe, um seine Familie zu schützen. In der sechsten Folge müssen Sarah, ihre Freund:innen und die Polizei mitansehen, wie Ward fälschlicherweise vor seinem Boot, der „My Druthers“, gesteht, Sheriff Peterkin (Adina Porter) getötet zu haben – ein Verbrechen, das Rafe begangen hat – und das Schiff daraufhin explodiert. Ward kommt dabei angeblich ums Leben. Für ein paar Episoden ist Outer Banks gezwungen, in einer neuen Welt zu leben, in der Ward nicht der Hauptbösewicht mit Schnurrbart ist. Natürlich taucht dieser in der vorletzten Folge wieder auf. Im Finale erklärt er, dass er seinen Tod absichtlich vortäuschte, indem er sein Boot in die Luft sprengte und mit einer Tauchausrüstung entkam.
An dieser Stelle würde es uns nicht überraschen, wenn die Royal Merchant in der dritten Staffel der Serie als Geisterschiff wiederauftauchen würde.

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