Norwegische Fußballgöttin nimmt aus Protest nicht an der WM teil

Photo: Steve Bardens/Getty Images.
Ada Hegerberg, eine der talentiertesten Fußballspielerinnen weltweit, nimmt freiwillig nicht an Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2019 teil. Damit protestiert sie gegen die ungleiche Bezahlung von weiblichen und männlichen Fußballprofis sowie die Unterschiede in Sachen Anerkennung.
Hegerberg ist das Gesicht der neuen Kampagne #TimeForAction, die von der UEFA (Union of European Football Associations) ins Leben gerufen wurde.
Die preisgekrönte Stürmerin begann ihre professionelle Fußballkarriere in norwegischen Clubs als Teenagerin. Anschließend ging sie zu Olympique Lyonnais nach Lyon, Frankreich. Vor vier Jahren erhielt sie den Norwegian Gold Ball. Das war das erste Mal in 20 Jahren, dass der Award einer Frau verliehen wurde. 2017 und 2019 wurde sie von BBC zur Fußballerin des Jahres gekürt. Doch leider muss auch sie sich immer wieder dem Thema Sexismus stellen. Als sie als erste Frau den renommierten Ballon d’Or gewann und den Award auf der Bühne abholen wollte, wurde sie zum Beispiel vom Moderator gebeten, zu twerken.
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Auch wenn es viele Menschen gibt, die Hegerbergs Meinung teilen, ist sie die erste, die die Weltmeisterschaft der Frauen aktiv boykottiert, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen.
Andere Teams und Spielerinnen sind weltweit zusammengekommen, um dagegen zu protestieren, wie Frauenfußball im Vergleich zur Männer-League behandelt wird. Amerikanische Spielerinnen reichten eine Klage gegen die U.S. Soccer Federation wegen institutionalisierter Genderdiskriminierung in Form von ungleicher Bezahlung und Behandlung. Laut der Klage sollen die Mitglieder weiblicher Teams im Schnitt 40 Prozent weniger Gehalt bekommen als die der Männermannschaften. Das dänische Team sagte ein WM-Qualifikationsspiel wegen eines Tarifstreiks ab und auch die irische Mannschaft drohte damit, zu streiken.
Hegerberg spielte bis zum Sommer 2017 für Norwegen in nationalen Turnieren, bevor sie sich dazu entschied, das Nationalteam zu verlassen. Damit wollte sie ein Zeichen setzen gegen die Art und Weise wie die Northern Football Federation mit dem Thema Frauenfußball umgeht. Die Norges Fotballforbund (NFF) hat seitdem einige erhebliche Verbesserungen vorgenommen und als erster Fußballverband eine gleiche Bezahlung der Teams angekündigt. Doch laut Hegerberg haben wir immer noch einen langen Weg vor uns: „Es muss noch viel getan werden, wenn es um die Bedingungen für Fußball spielender Frauen geht“.
„Ich denke, Adas Entscheidung muss respektiert werden“, sagte die Beraterin zur Überwachung der Entwicklung des Frauenfußballs bei der UEFA Nadine Kessler. „Es ist eine mutige Entscheidung, sich bewusst dafür zu entscheiden, nicht an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu wollen.“
Der NFF möchte mit Hegerberg zusammen daran arbeiten, die Bedingungen für Profifußballerinnen zu verbessern: „Wir freuen uns darüber, dass sie die Diskussion in Gang gebracht und die Aufmerksamkeit auf das Thema Respekt für Profifußballerinnen gelenkt hat“, sagt die Sportdirektorin und ehemalige Spielerin Lise Klaveness. „Ich bin der Meinung, dass sie sie für große Veränderungen sorgen wird, aber ich wünschte sie wäre trotzdem in unserem Team.“
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