Gib's zu: Einige der Bachelorette-Kandidaten hast auch du schon gedatet

Foto: MG RTL D
Stelle dir vor, alle deine gescheiterten Dates würden gezwungen werden, zusammen in eine Villa zu ziehen. Bei manchen würde das vielleicht eine recht harmonische Zweier-WG ergeben, bei mir haben sich über die Jahre ehrlicherweise dann doch ein paar mehr angesammelt – viele würde ich gern nie wieder sehen müssen. Und doch haben sich einige Verhaltensmuster oder Sprüche so tief in mein Hirn gebrannt, dass ein unangenehmer Schauer durch meinen Körper jagt, wenn ich sie erneut höre oder sehe. Jüngstes Beispiel: Gestern vor dem Fernseher während der RTL-Kuppelshow „Die Bachelorette“. Einige von Bachelorette Nadines Kandidaten habe ich auch schon gedatet. Nein, nicht genau diese Typen, aber sehr ähnliche. Was mir das sagt, ist zum einen, dass ich definitiv weniger Verabredungen haben sollte und zum anderen, wie sehr ich mich beim Gucken dieser Staffel amüsieren werde!
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Date-Flashbacks: Willkommen in meinem persönlichen Horrorszenario

Nachdem den Zuschauer*innen in der ersten Folge alle Kandidaten und die Rosenverteilerin vorgestellt wurden, ging es in der gestrigen Folge endlich los mit den Dates – und dem Beef! Aber etwas Positives vorweg: Nadine Klein wird mir mit jeder ausgestrahlten Sekunde sympathischer. Und ich freue mich, im großen Pool an Anwärtern ein, zwei oder drei zu erspähen, die sogar ich daten würde. Den Rest würde ich sofort hochkant aus der Villa werfen und ich habe das Gefühl, Nadine möchte dasselbe tun. Blöd nur, dass da RTL und die Produzent*innen der Kuppelshow noch ein Wörtchen mitzureden haben. Allerdings gebe ich zu, dass ich das uns in den kommenden Wochen noch erwartende Drama auch gar nicht missen will. Und davon wird es genug geben, wenn man die gestrige Folge als Indiz betrachtet.

Was man da machen kann, ist leichten Körperkontakt suchen. Leichten!

Filip
In Filips Gesicht kann man deutlich Überforderung und Angst erkennen, als Nadine ihn per Video zum Einzeldate bittet. „Wir haben heute den ganzen Tag zusammen, was schon extrem lange ist“, muss auch die Bachelorette ängstlich feststellen. Worüber soll er bloß mit ihr sprechen? Gleich zu Beginn schmiedet der 24-Jährige einen Plan: „Bisher kennt sie nur den Filip, der viel redet, aber heute soll sie auch mal die andere Seite kennenlernen, wo [sic] ich romantisch und charmant sein kann.“ Aha! Dieses Versprechen (oder war es doch eine Drohung?) kommt bei Nadine zu Beginn des Dates noch nicht so gut an. Sie gibt sich reserviert, aber höflich. Filip lässt sich so schnell nicht unterkriegen und weiß sich bei distanzierten Frauen super zu helfen: „Was man da machen kann, ist leichten Körperkontakt suchen. Leichten!“ Was er unter leicht versteht, erschließt sich mir noch nicht ganz, aber direkt angefasst und auf die Wange geküsst zu werden, wenn die Konversation alles andere als locker flutscht, findet ja jede*r toll? Geht.
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Das erste Einzeldate kommt mir bekannt vor…

Ich schüttle mich und fast fällt mir Erdnussflip – der dem Kandidaten übrigens gar nicht so unähnlich ist – aus dem Mund, denn erst kürzlich hatte ich eine ähnliche Verabredung, an die ich mich erinnert fühle. Suspekt wurde mir mein Date erst, nun ja, nach unserem Date. Vorher hatte ich keine Ahnung. Wir trafen uns, um in die Oper zu gehen, und es war nicht so, als hätte er davor gestanden und mich unangekündigt auf die Wange oder gar die Schulter geküsst (das scheint laut Bachelorette-Kandidat Rafi der neueste Move zu sein – übergriffig much?!) und mir dann ins Ohr geflüstert, er würde mich nach diesem Abend beginnen zu stalken. Auch ich war distanziert, aber höflich und freundlich, weil ich es einfach nicht gefühlt habe, aber dafür kann er ja soweit noch gar nichts. Bei manchen Dates stimmt die Chemie auf Anhieb so gar nicht, andere menschliche Kombis brauchen zwar ein wenig Anlauf, aber es lässt sich erahnen, dass dahinter Potential steckt, und nur ganz selten macht es Zoom! In meinem Beispiel war es Fall A – unmissverständlich! Zum Glück darf man in der Oper nicht sprechen. Schweigend hat mir meine Verabredung nämlich viel besser gefallen, als konversierend. Gleiches trifft übrigens auf Filip zu. In der Intermission hatte ich Durst und sagte meiner Verabredung Bescheid: „Magst du auch etwas trinken? Ich bringe dir gern etwas mit“, suggerierte ich. Also kam ich mit zwei Wassern zurück und er machte etwas, was ich gerne in die Kategorie „der absolute Abturner” einorden möchte: Er küsste mich extrem sanft, aber nass auf die Wange und bedankte sich danach in mein Ohr flüsternd – und ich zitiere – mit den Worten „Danke, für die liebe Einladung auf die Erfrischung.“ Tschau! Wenn ein Typ nicht dein Fall ist und dann noch unerwarteter und -gewollter Körperkontakt auf einem viel zu intimen Level dazukommt, bin ich raus.
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Nadine scheinbar auch, denn das restliche Date mit F(i)lip verläuft eher peinlich. „Ich will mich jetzt nicht selber loben, aber ich würde sagen, dass ich für meine 24 Jahre schon recht frühreif bin“, versucht er sich interessant zu machen. Davon möchte sich Nadine aber lieber selbst überzeugen, erwidert sie, was ich für sehr weise halte. „Ich weiß, was Frauen wollen und das ist einen richtigen Mann. Und das bin ich.“ Bemerkenswert, wie zwei Menschen vollkommen unterschiedliche Empfindungen ein und derselben Situation gegenüber haben können. Beim Filetieren des Fisches zum Abendessen wirkt Filip sehr eingeschüchtert, weil er es nicht hinbekommt, Gretenfreies zu servieren, stellt aber im Interview fest, dass „er es nie soweit kommen lassen würde, dass eine Frau ihn dominiert.“ Ich sehe seit einer erneut schlechten Erfahrung persönlich davon ab, beim ersten Date zusammen zu kochen, beziehungsweise den oder die andere bei sich Daheim zu bekochen. Kulinarische Künste zu offenbaren finde ich sehr intim. Der Veggie-Burger, der mir vor einigen Jahren in einem sehr unordentlichen Kellerzimmer ohne natürlichen Lichteinfall serviert wurde, war so trocken wie die Konversation. Als er mir dann offenbarte, auf Ponyspielchen zu stehen (Warnung: Bitte nicht googeln!), galoppierte ich schnurstracks die Treppe hoch in die Freiheit.

Jede WG braucht eine*n, der oder die gern putzt!

Währenddessen in der WG-Villa: Paul putzt, und zwar gerne. (Einer meiner Exfreunde hat gern geputzt, der war toll!) Paul heißt eigentlich Jan, wird aber von seinen Mitbewohnern Paul genannt, weil er starke Ähnlichkeit zum legendären Bachelor Paul Jahnke aufweist. Blöd nur, dass Nadine ihn am Ende der Folge nach Hause schickt. Oh Schreck, wer soll denn nun den ganzen Dreck der anderen wegmachen? Das Dilemma ist auch Manuel aufgefallen: „Wir haben ja keine Frau hier!“ Aber der ist jetzt zum Glück wieder zu Hause und kann dort weiterhin nicht putzen.
Kandidat Dennis darf nach dem zweiten Gruppendate noch zum Abendessen bei der Bachelorette bleiben, muss aber weder kochen, noch putzen. Genau genommen soll Dennis nur reden, aber nicht einmal das schafft er so richtig. Das Ergebnis sind lange Momente der Stille. Wer kennt das nicht? Awkward? Nicht für Nadine. Die bleibt mal wieder mega cool, hält die Sprechpausen eiskalt aus und schaut ihrem Date dabei sogar noch in die Augen. Ich fange dann immer an, irgendwelche Wörter sinnlos aneinanderzureihen. Hey, ich habe nie gesagt, dass ich der absolute Jackpot-Single bin! Aus dieser Situation werde ich zur Abwechslung etwas für mich mitnehmen und bei der nächsten unangenehmen Pause versuchen, einfach mal die Backen zu halten. Toll, wie niedrigschwelliges Entertainment dann doch dazu beitragen kann, an sich selbst zu arbeiten.
Und zu guter letzt verfalle ich doch direkt wieder in alte Muster und lasse mich von Amors Bogen direkt in die Vagina treffen: Stefan und seine volle Oberlippe haben es mir angetan, ich hätte ich mich wahrscheinlich direkt schock-verliebt. Der ist zwar noch verheiratet, spricht es aber ehrlich an, ist selbstsicher, an Nadine interessiert, schaut ihr in die Augen und das allein macht super sympathisch. Zu einem Verheirateten habe ich keine persönliche Anekdote, ich schwöre! Dafür kann ich mich an jemanden erinnern, der wie Maxim sehr begabt in schmalzigen Sprüchen war, die auf magische Art und Weise funktionierten – das muss an seiner sexy Ausstrahlung gelegen haben. Vor der Rosenzeremonie öffnet sich die Bachelorette und meint, sie führe ein tolles Leben, wüsste aber, dass das allein Erfahrene so viel schöner mit jemandem an ihrer Seite wäre: „Ich möchte mich gern verlieben und bin ein offenes Buch.“ Mit einem verschmitzten Lächeln erwidert Maximes: „Ein sehr schönes Buch.“ Ich schalte den Fernseher aus und habe Lust auf ein Date.
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