Bittersüßer Herbst: Wenn Trauben, Maronen & Radicchio auf dem Teller zusammenkommen

Foto: Anne Mühlmeier
Anne Mühlmeier ist Model und Schauspielerin und lebt heute in Berlin. Im Laufe ihrer Modelkarriere hat sie wahrscheinlich jede Diät der Welt einmal ausprobiert, nur um zu lernen, dass dogmatische Ernährungsformen nicht gesund sind und nicht glücklich machen. Umso mehr liebt sie es heute, gesundes und abwechslungsreiches Essen zu zaubern. Für Refinery29 Germany stellt sie jede Woche nicht nur die leckersten Rezepte vor, sondern liefert auch genügend Hintergrundwissen zu den Produkten, damit das Nachkochen noch mehr Spaß macht. Mehr gibt's bei Instagram @foodbyannie .
Wir haben uns schon fast daran gewöhnt, aber so recht glauben können – und wollen – wir es noch nicht: Es ist bald Winter. Die Tage sind länger dunkel als hell. Die Helligkeit wird sich erst nach Weihnachten so langsam wieder zurückkämpfen.

Doch auch wenn die kalten Monate nach Eintöpfen und Suppen schreien, gibt es da noch ein paar frische Zutaten, die standhaft geblieben sind.

Der Radicchio zum Beispiel übersteht leichten Frost bis -5 °C und ist somit ein echter Held unter den Salatköpfen, da er kein Frieren kennt. Beim "Herbsten", der Ernte der Weintrauben, wird es Zeit für die süßen Trauben geerntet zu werden. Die Süße der Trauben und der bittere Radicchio ergänzen sich wunderbar in einem Salat. Ganz abgesehen davon sind die Bitterstoffe des Radicchios auch gut für unseren Magen und Darm, darum wurde er früher als Heilmittel verwendet. Trauben überzeugen nicht nur mit ihrer Süße, sondern auch mit viel Vitamin C und E – dank Polyphenolen wird ihnen sogar eine Anti-Aging-Wirkung nachgesagt.

Der süßlich, rauchige Duft steigt einem schon in die Nase, wenn man sie noch nicht mal sehen kann. Jetzt ist die Zeit, in der Maronen am Straßenrand verkauft werden. Diese duftenden Esskastanien sollen noch mit in meinen Herbstsalat kommen. Ob als Snack oder als Zutat sind Maronen nun auch bei uns in vielen Gerichten angekommen. Früher wurden sie als Brot der armen Leute bezeichnet, heute aber wird die Marone von Eiscreme über Gelee bis zu Nudelspeisen fröhlich verarbeitet.

Für mein Dressing verwende ich unter Anderem Mandarinen, auch wenn das vielleicht etwas ungewöhnlich klingt. Die fruchtige Säure und die Süße der Mandarine ist nämlich das, was ein Dressing ganz besonders bereichert. Einfach mal ausprobieren! Orangen sind auch eine schöne Alternative.

Ich hoffe, dass ich euch mit diesem etwas anderen Salat den Spätherbst etwas schmackhafter gemacht habe.

Zutaten:
• 1 Radicchio (250 g)
• 200 g Weintrauben
• 10 Maronen

Dressing:
• Saft von 2 Mandarinen
• 1 EL Sahne (oder Sojasahne) • 2 EL Rotweinessig
• 1 TL Senf
• 2 TL flüssiger Honig
• 4 EL Olivenöl
• Salz
• Pfeffer

Zubereitung:
1. Backofen auf 180 °C vorheizen. Maronen auf der gewölbten Seite kreuzweise mit einem scharfen Messer einritzen, auf das heiße Backblech legen und ab in den Ofen für ca. 15 - 25 Minuten.

2. Vom Radicchio die äußeren Blätter entfernen und in feine lange Scheiben schneiden. Am einfachsten geht es mit einem Brotmesser: Den Salatkopf in Scheiben schneiden, damit so etwas wie Salat-Spaghetti dabei herauskommen.

3. Weintrauben waschen und halbieren.

4. Die Maronen sind fertig, wenn sich die Schale nach außen biegt. Wenn sie etwas abgekühlt sind, lassen sie sich gut schälen und halbieren.

5. Alle Zutaten für das Dressing in ein Glas mit Deckel und gut schütteln. Am besten noch ein letztes Mal abschmecken.

6. Salat, Trauben und Maronen in eine Schüssel. Dressing darüber, gut mischen und genießen.
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