Die R29 Fashion Show: 15 Looks, die zeigen, wie „Beautiful Diversity“ wirklich geht

Und alle ein Mal im Chor: „Diversity!“ – Das Thema der Stunde oder nicht? Die Fashion Weeks sind jedenfalls so divers wie nie zuvor, der IKEA Katalog ist neuerdings mit multikulturellen Familien gefüllt und Gucci castete für die letzte Kampagne ausschließlich schwarze Models. „Diversity“ ist jedoch nicht nur ein Trendwort in Mode und Werbung, sondern Realität in Deutschland. Doch was High-Fashion-Brands teilweise schon verstanden haben, ist in der deutschen Kleinstadt noch nicht recht angekommen. Oder habt ihr schon mal eine schwarze Schaufensterpuppe gesehen? Eben.
Hier die ganze Show im Video – inklusive aller Produktinformationen zum Nachstylen!
Mit dem Projekt „15 Looks Beautiful Diversity“ wollen wir das ändern. Ein Projekt, das den Einkäufern und allen Besuchern der Show&Order Messe dabei helfen soll, zu verstehen, dass Diversity funktioniert, auch beim Endkonsumenten. Unsere liebsten Berlin-Girls Masha Sedgwick, Lisa Banholzer und Walesca Frank) sowie Refinery29 Germany Staff Cloudy Zakrocki und Katja Schweitzberger schlüpfen hierfür in die Rolle von Stylistinnen und liefern Inspiration und Ideen, damit sie diverses Styling und Schaufensterpuppen in ganz Deutschland umsetzen können. Diversität zeigt sich allerdings nicht nur in Hautfarben, sondern auch in Körperformen. Das Problem hierbei und damit auch für uns: Sample Size bei Kleidung ist eben Sample Size – und das ist eine 36. Wir brauchen Samples in alles Größen, damit Diversität im Modekontext richtig funktioniert. Hallo, es ist 2017! Get over it. Bei der nächsten 15 Looks Show können wir dann hoffentlich auf Kleidersamples zurückgreifen, die auch Frauen jenseits von Kleidergröße 40 passt.
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Unsere Stylistinnen erklären uns jetzt, was sie sich jeweils bei ihren drei Looks gedacht haben. Nachstylen erwünscht: Alle Produktinformationen und Impressionen findet man unten im Video!
Masha Sedgwick vom gleichnamigen Blog
Worauf hast du beim Styling geachtet?
Ich habe darauf geachtet, coole, tragbare Looks zu kreieren, die auch den Typ des Models betonen. Amanda mit ihren kurzen Haaren hat beispielsweise einen Jumpsuit im Tomboy-Stil.
Was bedeutet Diversity für dich?
Diversity findet nicht nur im Aussehen statt, sondern auch im Charakter. Es geht darum, den Typ Frau nicht nur anhand ihrer Optik, ihrer Figur oder Herkunft zu ermitteln, sondern auch anhand ihres Charakters. Es geht darum sich wohl zu fühlen. Die Modeindustrie ist dafür verantwortlich, dass mehr Diversität gezeigt wird. Auch in den sozialen Medien gibt es gerade gefühlt nur zwei Ideale: Die schöne Schwedin und der Kylie-Jenner-Look. Alles was da heraus fällt, ist nicht gefragt. Dabei findet Schönheit in allen Formen und Farben statt!
Welches ist dein Lieblingsteil:
Der gestreifte Jumpsuit gefällt mir sehr, weil er sexy, aber erwachsen ist. Er vereint feminine und maskuline Elemente perfekt miteinander.
Cloudy Zakrocki, Chefredakteurin bei Refinery29 Germany
Worauf hast du beim Styling geachtet?
Vor dem Styling habe ich mit den Models gesprochen und geguckt, wie sie sich selbst stylen würden und worin sie sich wohl fühlen. Daran habe ich mich orientiert. Mode sollte schließlich den eigenen Typen unterstreichen. Ich finde mich selbst auch nur dann richtig schön, wenn ich mich wohl fühle.
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Was bedeutet Diversity für dich?
Dass jede/r das Gefühl hat, sich genauso so geben zu dürfen, wie er oder sie sich fühlt. Ich hoffe, dass wir bald in einer Gesellschaft leben, in der keine/r das Gefühl hat, sich schämen zu müssen für seinen/ihren Körper. Es gibt immer noch zu viele festgefahrene Strukturen, die dafür sorgen, das viele Angst vor Diversität haben, sowohl Einkäufer als auch der Endkonsument, obwohl mittlerweile aufgrund der Globalisierung alles näher zusammen rückt. Jetzt öffnet sich alles und man kommt mit neuen Kulturen und Denkweisen in Kontakt. Genau jetzt sollte man den Mut haben, etwas auszuprobieren.
Welches ist dein Lieblingsteil?
Der Koffer von 7os Love, der jedem Outfit direkt einen Retro-Charme verleiht. Man stellt sich direkt vor, man wäre Protagonistin eines Romans und würde um die Welt reisen.
Worauf hast du beim Styling geachtet?
Ich wollte drei ganz unterschiedliche Looks kreieren, die es mir ermöglichen, eine Vielfalt zu zeigen. Meinen eigenen Stil wollte ich außen vor lassen, weil ich glaube, dass es ist wichtig ist, Models und Marken gerecht zu werden, indem man Looks unterschiedlich stylt.
Was bedeutet Diversity für dich?
Die Schönheit besonders in den Unterschieden zu entdecken und davon wegzukommen, Schönheitsschablonen auf einzelne Models zu legen. Stattdessen sollte man die Schönheit der einzelnen Person erkennen und eben diese hervorheben. Gerade in den letzten Saisons hat man gesehen, das auch die schwarze Kultur zelebriert wird. Trotzdem muss das Bewusstsein gestärkt werden, dass es unterschiedliche Kunden gibt und dass sich das in den Models widerspiegeln muss. Nicht nur in der Hautfarbe, sondern auch in Körperformen oder mit besonderen Gesichtern. Aber es geht ja in die richtige Richtung. Sowohl auf dem Laufsteg, als auch in Kampagnen wird immer häufiger eben nicht auf den Stereotypen „Kaukasisch“ gesetzt.
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Welches ist dein Lieblingsteil:
Der Jeansmantel vom zweiten Outfit! Und die leicht transparente Kombi. Transparenz ist einfach ein mega schöner Trend. Vor allem wenn man etwas Brust sieht. Sexy und trotzdem stilvoll.
Katja Schweitzberger, Fashion & Beauty Editor bei Refinery29 Germany
Worauf hast du beim Styling geachtet?
Mein Plan ist es „Modern Officewear“ zu zeigen. Der Hosenanzug ist die Basis und mal ist der Blazer das Keypiece des Looks, mal die Hose. Aber so gestylt, dass es cool und lässig aussieht und zu einem Millenial passt.
Was bedeutet Diversity für dich?
Es ist wichtig, dass an den Stellen, an denen Frauen heutzutage repräsentiert werden, nicht nur ein Typ Frau gezeigt wird, sondern die ganze Vielfalt und der Facettenreichtum, der uns im alltäglichen Leben umgibt. Die unterschiedlichen Typen müssen auch in Fashionshows und in Magazinen gesehen werden, nicht nur auf der Straße. In Deutschland gibt es vielleicht mehr hellhäutige Menschen und Mainstream-Kampagnen versuchen die Masse anzusprechen. Menschen sind zurückhaltender bei bei den Dingen, die sie nicht so oft sehen. Das ist ein Problem und es ist wichtig das zu ändern.
Welches ist dein Lieblingsteil:
Auf jeden Fall die Jeans-Culotte von „Happy Haus“! Das ist ein nachhaltiges Label, das vor allem auf Denim setzt. Allerdings sehr minimalistisches Denim, aus sehr festem Stoff. Kein Stretch, keine wilden Waschungen. Eine tolle Marke, die ich vorher gar nicht kannte.
Worauf hast du beim Styling geachtet?
Ich wollte, dass es absolut tragbar ist. Cool und leger. Einfach etwas für jeden Tag. Sachen, die man auch wirklich tragen kann, mag ich einfach. Bei manchen Modenschauen sieht man Teile und denkt sich nur „Hmmm… wie trage ich das jetzt OHNE dabei umzufallen?“ — so sollte es heute nicht sein.
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Was bedeutet Diversity für dich?
Wenn ich ein Stück kaufe, das allen passt und an allen gut aussieht, dann funktioniert Diversity. Dass nicht bei Größe L Schluss ist. Size Charts sollten sowieso überdacht werden. Generell alles, was mit Schubladen zu tun hat. Wir brauchen ein anderes System. Gerade ich als schwarze Frau fühle mich nicht repräsentiert. Früher wollte ich glatte Haare haben und möglichst schlank sein. Ich wollte dem Schönheitsbild folgen, das mir gegeben wurde — als dunkles Mädchen sollte man nicht weiß sein wollen, sondern die Schönheit in seiner Hautfarbe und in den Haaren finden. Während meiner Zeit in New York habe ich so viele positive Eindrücke aus der Black Community bekommen, dass mir die Augen geöffnet wurden. Heute trage ich meine Haare voller stolz, so wie sie sind.
Welches ist dein Lieblingsteil:
Der Overall von „Happy Haus“ ist mega genial! Der ist schön lightpink und sehr gut zu kombinieren. Von dem Label hätte ich aber auch alles nehmen können! Oh, und ich habe noch eine Jeansjacke mit einer handgezeichneten Frida Kahlo auf dem Rücken, die ist sehr besonders.
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