Nie wieder müffelnde Sportsachen: Tipps & Tricks zur Reinigung

Photographed by Molly Cranna.
Ich habe viele Jahre lang in der Wäscherei einer Uni-Sporthalle gearbeitet. Meine glamouröse Aufgabe? Die verschwitzten Sportsachen der Athlet*innen zu waschen. Ich habe viele Stunden damit verbracht, sorgfältig dreckige Kompressionsshorts, feuchte T-Shirts und müffelige Handtücher zu sortieren, dass mir der Duft benutzter Sportsachen mehr als vertraut ist. Eins habe ich jedoch nie wirklich gelernt: Wie man den muffigen Geruch komplett los wird. Deswegen habe ich online recherchiert und bei einem Experten nachgefragt – und das ist dabei herausgekommen.

Warum riechen Sportsachen manchmal sogar nach dem Waschen streng?

Der Grund, warum deine Work-out-Klamotten so stinken, ist der Talg, der durch die Drüsen deiner Haut abgesondert wird, erklärt Kyle Blakely, Vizepräsident der Materialinnovation bei Under Armour. Beim Training produziert dein Körper mehr Talg, der wiederum als Nahrungsgrundlage der geruchserzeugenden Bakterien dient. Außerdem werden viele Sportsachen aus synthetischen Fasern gefertigt, die lipophil (fettliebend) sind. Und das macht sie wiederum zum perfekten Ort für Bakterien und Talg.
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Mittlerweile hat sich viel in Sachen Sportbekleidung getan und es kommen ständig neue, innovative Materialien und Techniken auf den Markt, die dem Mief den Kampf ansagen. Es gibt beispielsweise anti-mikrobielle und geruchshemmende chemische Behandlungen, die auf synthetische Stoffe aufgetragen werden, erklärt Blakely. Sportklamotten aus Baumwolle, einer natürlichen Faser, werden dagegen ohnehin seltener so muffig, weil sie weniger öl-affin sind.
Doch egal, woraus sie auch gefertigt wurden, gewaschen werden müssen sie alle – nicht nur, damit du während der Atemübungen beim Yoga nicht vor Scham im Boden versinkst, sondern auch um etwa Infektionen vorzubeugen, die durch nicht richtig saubere Klamotten hervorgerufen werden können. So weit zur Theorie, weiter geht's mit der Praxis.

Lass alles auslüften & trocknen

Wenn du nach Hause kommst, häng deine durchgeschwitzte Wäsche am besten erst Mal auf und lass sie trocknen. Zusammengeknüllt in der Sporttasche oder im Wäschekorb könnte sich schlimmstenfalls nämlich sogar Schimmel bilden und den wirst du nicht so einfach wieder los. Nach dem Waschen solltest du die Klamotten so schnell wie möglich aus der Machine nehmen. Wirf sie aber besser nicht in den Trockner, sondern häng sie draußen auf – die Sonne kann verbliebene Bakterien abtöten.

Wasche ab und zu bei hoher Temperatur

Die beste Möglichkeit, Gerüche loszuwerden, ist die Kleidung möglichst heiß zu waschen, sagt Blakely. Leider ist das jedoch für die Umwelt nicht so gut. Außerdem kann heißes Wasser auch dafür sorgen, dass die Farben verblassen, die Stoffe angegriffen werden oder Beschichtungen nicht so lange halten. Damit du möglichst lange etwas von deinen Klamotten hast, solltest du immer die Hinweise auf dem Waschzettel beachten. „Sie ab und zu mal bei einer höheren Temperatur zu waschen, kann allerdings helfen, sie vom Talg zu befreien“, so Blakely.
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Versuch's mit Essig

Falls eine heiße Wäsche für dich überhaupt nicht in die Tüte kommt – aus umwelttechnischen Gründen oder weil deine Sportsachen zu empfindlich sind –, gibt es noch eine andere Möglichkeit, die Gerüche loszuwerden und dabei auf Chemiekeulen zu verzichten. Das Zauberwort lautet Essig. Du hast zwei Optionen: Entweder weichst du die Klamotten vor dem Waschen in einer Wasser-Essig-Lösung ein (drei Teile Wasser, ein Teil farbloser Tafelessig) oder aber du ersetzt dein herkömmliches Waschmittel durch Essig. Gib dafür eine halbe Tasse Essig (mit fünf Prozent Säure) ins Waschmittelfach.

Verzichte auf Weichspüler

Wenn du Weichspüler bei deinen normalen Klamotten verwendest und den frischen, blumigen Geruch liebst, denkst du vielleicht, das müsste doch auch bei der Sportbekleidung helfen. Dem ist allerdings nicht so. Tatsächlich lagern sich die Bestandteile von vielen herkömmlichen Weichspülern nämlich in den Stoffen ab, was sich negativ auf das Feuchtigkeitsmanagement auswirken kann, warnt Blakely. Das gilt übrigens auch für Trocknertücher.

Finde das perfekte Waschmittel und verwende nicht zu viel

Versuche, auf Waschmittel mit Tensiden zu verzichten. Zwar helfen die Substanzen, Öle, Fette und Flecken aus der Kleidung zu bekommen – sie schaffen also kurzfristig Abhilfe –, aber auf lange Sicht setzen sie sich ebenfalls in den Materialien ab. Und dadurch machen sie die Kleidung zum Paradies für Talg und Bakterien. „Aus diesem Grund solltest du auch nicht zu viel Waschmittel verwenden. Tatsächlich kann es einen gegenteiligen Effekt haben und am Ende stinken deine Sachen nach jeder Benutzung immer schlimmer und schlimmer.
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