Musical.ly: Die App, die keiner über 30 kennt!

Baby Ariel. Lisa & Lena. Jacob Sartorius. Diese Teens haben zusammen mehr als 25 Millionen Fans! Doch gehört haben wir diese Namen noch nie. Kein Wunder. Denn berühmt sind alle drei Acts bei Musical.ly. Was? Ja genau, das ist schon wieder eine neue Handy-App. Hatten wir uns gerade erst an die Existenz von Snapchat und Instagram gewöhnt, gibt es jetzt schon den nächsten neuen Hype. 100 Millionen User nutzen die kostenlose App Musical.ly bereits auf ihren iOs oder Android Smartphones. Und die sind kaum über 30!

Zu sehen gibt es in der App 15 Sekunden lange Videos. In denen bewegen die User ihre Lippen zu bekannten Liedern und filmen sich dabei meist aus der Selfie-Perspektive. Quasi die Mini-Playback-Show von heute, nur ohne Marijke Amado und ohne Fernseher. Alles ist eine große Community. Leute die ihre Videos in der App uploaden nennt man „Muser“, ein Video heißt „Musical“. Genau wie bei Instagram kann man Likes verteilen und anderen Nutzern folgen. Es gibt Charts der beliebtesten „Muser“ und der angesagtesten Songs. Und regelmäßig veranstaltet die App Challenges – mit Hashtag benannte Wettbewerbe, in denen das beste Video zu einem bestimmten Thema ausgemacht wird. Neben Musik kann man aber auch Comedy Clips erstellen.
Und so sind in der App mittlerweile eigene Stars entstanden. Millionen Fans, Millionen Likes. Wäre man gemein, könnte man sagen: um bei Musical.ly berühmt zu werden, braucht man kein Talent. Ganz nach dem Motto: Lippen bewegen kann ja jeder. Aber irgendwie ist das Ganze auch eine Art Kunstform. Die Kamera-Bewegungen sind oft perfekt mit den Bewegungen abgestimmt. Choreografien, Mimik, Gestik – alles sitzt. Dazu wirkt es total unreal. Denn „Musical.ly“ bietet Aufnahme-Modi in Slow-Motion oder Zeitraffer. Der Zeitraffer ist das angesagteste Ding. Dadurch wirken die Bewegungen im Clip wie vor gespult und aus einer anderen Welt.

Die berühmtesten deutschen „Muser“ sind übrigens die 14-jährigen Zwillinge Lisa und Lena. Sie kommen aus der Nähe von Stuttgart und leben den „Musical.ly“-Traum: An die sieben Millionen Fans auf Musical.ly, über drei Millionen Instagram-Follower. Außerdem re-postete US-Superstar Ariana Grande ein Video der Beiden auf ihren Social-Media-Kanälen. Aktuell erreichen die blonden Zwillinge mit Zahnspange zahlreiche Rollen-Angebote in TV-Sendungen, Interview-Anfragen und Kooperations-Möglichkeiten mit Plattenfirmen. Gerade für die Musik-Industrie ist die App das reinste Paradies. Denn junge Leute machen dort für ihre Produkte kostenlos Werbung. Ganz nach dem Domino-Prinzip: Dreht ein großer „Muser“ ein „Musical“ zu einem Song, folgen tausende andere. Und bewegen Lisa und Lena erstmal ihre Lippen zu einem Song, könnte die Reichweite kaum größer sein.

Bis auf Musik-Business-Menschen auf beruflicher Mission, tummeln sich bislang kaum Erwachsene in der App. Und genau deshalb sind die Jugendlichen hier. Während die Eltern Facebook längst übernommen haben und auch bei Snapchat ihr Unwesen treiben, ist Musical.ly die App, die noch erwachsenenfreie Zone ist.
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