GNTM ist kein Streichelzoo – Beschwert euch nicht über Bikini-Shootings

Haare ab, Klamotten aus – wer bei Germany's Next Topmodel mitmacht, muss mit beidem rechnen. Das ist nicht nur der Deal für Aufmerksamkeit im Fernsehen, sondern eben auch Realität eines Models.

In der letzen Folge von GNTM hat es mich hart genervt, dass nun schon das Wort Bikinishoot ausreichte, um eine Kandidatin zu schocken. Euer Ernst? Ihr hattet elf Jahre, um euch auf die Show vorzubereiten. Man konnte die Fernsehshow ja quasi studieren, lernen, auf was es Heidi und ihren Sidekicks ankommt – und vor allem was darin IMMER vorkommt. Das ist ja so, wie wenn man elf mal bei einem Bewerbungsgespräch für die Traumstelle dabei sein darf und beim zwölften Mal ist man dann selbst dran und kann mit den richtigen Antworten auf die Fragen punkten.

Als Model bei GNTM Angst vor einem Bikinishooting zu haben, ist in etwa so, wie wenn ich als Autorin Angst vor Buchstaben habe.


Okay, okay, sie sind noch jung und sie sind weit weg von zu Hause. Einige haben sicherlich auch eine heikle Vergangenheit. Und die Produktion hat ihre Finger auch noch im Drama-Spiel, meinetwegen. Es geht auch nicht darum, Kandidatinnen für ihre Menschlichkeit zu bashen. Doch ich persönlich kann in Staffel 12 Quengelei nur noch in Maßen ertragen.

In der ersten Staffel 2006 empfand man die Bedenken einer Lena Gercke noch sympathisch und verstand, warum ihr das Airbrush-Shooting damals schwer fiel. Das erste Mal, zeigte sie ihren Körper quasi nackt, für einen wohlbehüteten Teenager erstmal hart. Die Zielstrebigkeit etwa von Fiona Erdmann in Staffel Zwei kam dagegen gar nicht gut an. Wie eine Maschine verfolgte sie ihren Traum, Model zu werden und prägte Sätze wie 'Ich bin nicht hier, um Freunde zu machen'. Und der GNTM-Nachwuchs heute? Der sollte daraus gelernt haben und als erfolgreiche Symbiose agieren: Wie wär's mit einer sympathischen Maschine?!

Solche Mädchen gibt es auch in der neuen Staffel, keine Frage. Aber jedes Mal, wenn dann wieder eine losheult, obwohl nichts los ist, kann ich die Show weniger ernst nehmen. Genau das schlägt nämlich in die Kerbe, dass GNTM nichts mit der Modelrealiät zu tun hat. Wer quengelt, wird kein Model. Vor einem Kunden kann man schließlich auch nicht so ein Theater veranstalten.

Als die besagte Bikini-Panikerin sogar einen Ausstieg in Erwägung zog, redete Michael Michalsky zum Glück Tacheles: „Du wusstest doch worauf du dich einlässt." Amen.

Sind die Teilnehmerinnen weicher geworden oder bin ich als Zuschauer plötzlich herzlos geworden? Tatsächlich hat Heidi Klum 2012 schon mal angemerkt, dass auch sie die Veränderung bemerkt: „Der Job ist hart. Und ich muss oft daran denken, dass unsere Mädchen ein bisschen verweichlicht sind. Die haben nicht mehr den Ehrgeiz und den Biss, den ich damals hatte. Wenn die mal als Profi zu zehn Castings am Tag müssen, das packen die gar nicht mehr. Das ist denen schon zu viel. Und faul sind die zum Teil auch.“

Nur eine kann Germanys Next Topmodel werden, nur eine...

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