Aus alt mach neu! Der Waldorfsalat feiert ein fruchtiges Comeback

Anne Mühlmeier
Mich erinnert der Waldorfsalat an meine Kindheit und wurde zur Winterzeit mit frischen Walnüssen aus dem eigenen Garten serviert. Leider ist der Salat irgendwie in Vergessenheit geraten.
Ich möchte den Salat, der Ende des 19. Jahrhundert zum ersten Mal in New York im Waldorf Astoria Hotel serviert wurde, wieder auf die Teller unserer Generation zaubern.

Entwickelt wurde der Salat damals nicht etwa, wie man vermuten würde, vom Chefkoch des weltbekannten Hotels, sondern von Oscar Tschirky, dem Oberkellner. Er galt als Koryphäe des Waldorf Astoria Hotels. Nach seinem Tod wurde zur Erinnerung an ihn das Restaurant im Hotel in "Oscar’s at the Waldorf Astoria" umbenannt. Sein Leben war der typische "American Dream". Aus der Schweiz eingewandert, arbeitete er sich mit Fleiß und guter Arbeit hoch.

Die Zutaten im typischen Waldorfsalat sind die ideale Kombination von unterschiedlichen Geschmäckern wie salzig und süß oder herb und sauer. Das machen für mich richtige Geschmackserlebnisse aus, denn sie runden das Gericht schön ab. Zum Beispiel war bei meiner Curry-Pfanne mit Sauerkraut und Hackfleischbällchen klar, dass nach scharfem Curry und Sauerkraut die süßen Aprikosen nicht fehlen dürfen. Ich empfehle auch immer gerne, in eine Süßspeise, wie zum Beispiel Milchreis oder in einen Kuchenteig, eine Prise Salz hinzuzugeben. Diese Tricks entfalten die Geschmackssensoren auf unserer Zunge und lassen Süßes noch intensiver schmecken.

Genauso ist es auch beim Waldorfsalat. Der zart-würzige Sellerie, die sauer-süßen Äpfel und das fettige, leicht salzige Dressing aus Mayonnaise spielen genau nach meiner goldenen Regel.

Salate sind so oder so meine absoluten Lieblingsspeisen. Sie sind schnell zubereitet, die Zutaten kann man in tausenden verschieden Varianten kombinieren, von verschiedenem Gemüse, Salaten oder Obst über Protein-Varianten wie Eier, Tofu oder Nüsse und Samen, bis hin zu wildesten Kombinationen von Dressings.

Salate haben oft einen großen Anteil an rohen Zutaten, diese sind sehr wichtig für unseren Körper. Es sind somit noch alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe erhalten, das schätze ich sehr, denn durch das Kochen werden wichtige Nährstoffe teilweise vernichtet.

Um dem ein wenig in die Jahre gekommenen Waldorfsalat-Rezept wieder auf die Sprünge zu helfen, habe ich ein Revival eingeläutet. Mit folgenden leckeren zusätzlichen Zutaten: Avocado, filetierten Orangen und Karotten. Auch das Dressing möchte ich ungern so üppig wie im Originalrezept lassen und verwende daher zur Hälfte Joghurt anstatt Mayonnaise. Los geht ́s!

Zutaten (für vier Personen)
- 1/4 Knollensellerie
- 3 Stängel Staudensellerie
- 2 Karotten
- 2 Orangen
- 2 Boskop-Äpfel
- 120 g Walnusskerne
- 1 Avocado Dressing:
- 200 g Naturjoghurt (oder Natursojajoghurt)
- 2 EL leichte (selbstgemachte) Mayonnaise (Veganer lassen die Mayo einfach weg und fügen dafür einen EL Öl zusätzlich hinzu)
- 3 EL Walnusskernöl
- 3 EL Zitronensaft
- 2 EL Worcestersauce
- Cayennepfeffer
- Salz

Zubereitung
1. Gemüse waschen und schälen, den Knollensellerie gerne großzügig, dagegen den Staudensellerie eher oberflächlich. Alles in Stifte schneiden und in eine große Schüssel geben.
2. Die Orangen filetieren und in eine kleine Schüssel geben, sie werden noch etwas Saft verlieren, darum erst kurz vor dem Anrichten untermischen.
3. Äpfel waschen und in Stifte schneiden, mit in die große Schüssel geben.
4. Walnusskerne grob hacken. Und hinzugeben.
5. Die Avocado halbieren, Kern entfernen. In der Schale in gleich große Stücke schneiden und mit einem Esslöffel vorsichtig heraustrennen. Stückchen zu den anderen Zutaten in der Schüssel geben.
6. Alle Zutaten für den Dressing gut mischen und mit Cayennepfeffer und Salz abschmecken.
7. Salat mit dem Dressing mischen. Den abgetropften Saft der Orangen abgießen (am besten trinken!) und die Orangenstücke zum Salat geben.

Anrichten und genießen.
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