Was du vom Wohntrend Maximalismus lernen kannst

Als Mitgründerin und CEO von The Inside weiß Christiane Lemieux immer ganz genau, was in Sachen Interiordesign gerade angesagt ist. Sie weiß aber auch, wie schwer es manchmal sein kann, einen Trend ins eigene Heim zu bringen – besonders wenn einem nur ein kleines Budget zur Verfügung steht. Genau deswegen hat sie einen Experten gefragt, was hinter dem Maximalismustrend steckt und wie wir ihn in unser Zuhause bringen können. Die Antworten findest du im folgenden Artikel – damit dein Wohnungsumstyling zum Kinderspiel wird.
Auch wenn ich mich persönlich nicht als Vertreterin des Maximalismus beschreiben würde, muss ich zugeben, wir sind an einem Punkt angekommen, an dem die aufs Wesentliche reduzierte und über die Maße strukturierte Ästhetik langweilig geworden ist. Oder anders gesagt: Nach Jahren des Minimalismus darf es jetzt wieder eine Spur wilder und lauter zugehen. Und so habe ich mich in letzter Zeit mit dem Thema Maximalismus beschäftigt – weil ich übertriebene, plakative, knallige Designs liebe und weil man vom Wohntrend viel lernen kann.
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Es geht nämlich gar nicht darum, Unmengen an Geld für nutzlosen Krimskrams auszugeben und deine Wohnung vollzumüllen. Vielmehr geht es darum, wieder mehr von deiner Persönlichkeit in deine Einrichtung einfließen zu lassen – statt alles so clean und anonym wie möglich zu halten. Bei den Profis ist das Ergebnis kunterbunt, eklektisch und quirky. Doch wenn das nicht deinem Charakter entspricht, muss das bei dir nicht zwingend genauso sein. Im Vergleich zum Minimalismus, bei dem alles perfekt sein muss, weil es sonst einfach nicht so richtig wirkt, ist der Maximalismus viel freier. Also pick dir einfach die Elemente heraus, die dir gefallen.
Um noch mehr über den Trend herauszufinden, habe ich mit einem der hippesten, extravagantesten und stilbewusstesten Menschen gesprochen: Matthias Vriens-McGrath. Der ehemalige Worldwide Creative Director von Giorgio Armani und Senior Art Director der Gucci-Group lebt mittlerweile in Hollywood. Dort führt er das Design-Atelier MVM, einen der stylischsten Spots in ganz L.A. Seine 5 ultimativen Tipps verrate ich dir jetzt.

Blumenmeer

Der in Amsterdam geborene Matthias ist, wie er selbst sagt, ein Holländer durch und durch. Deswegen überrascht dich sein erster Tipp wahrscheinlich kaum: Die einfachste Möglichkeit dein Zuhause maximalistischer zu gestalten, ist sie mit frischen Blumen zu dekorieren. Besonders effektiv sind viele verschiedene Blumen in den unterschiedlichsten Vasen – die an sich übrigens schon ein tolles Dekoelement sind. Wenn du noch einen Schritt weitergehen willst, kombinierst das Ganze mit einer floralen Tapete.

Bücherwurm

Neben Blumen können auch Bücher einer Wohnung im Handumdrehen Leben einhauchen. „Bücher bringen Persönlichkeit in den Raum, weil sie viel über die Person aussagen, die dort wohnt. Ein Zuhause ohne Bücher wirkt oft sehr steril“, so Matthias. Du hast deine Bücher zur Zeit des Minimalismus mit dem Buchrücken zur Wand gedreht, damit eine einheitliche Front entsteht? Dann ist jetzt die Zeit, sie wieder umzudrehen. Sie müssen auch nicht zwingend alle ordentlich nebeneinander aufgestellt werden, sondern können auch freier im Regal arrangiert oder sogar stapelweise im Raum verteilt werden. Überleg dir dabei aber genau, welches Buch ganz oben auf dem Wohnzimmertisch liegen soll – er kann nämlich ein toller Gesprächsaufhänger sein, wenn du Gäste zu Besuch hast.
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Mix and Match

Die Kombination verschiedener Stoffe und Muster ist nicht nur in der Mode eine beliebte Technik, um einem Look mehr Tiefe und Abwechslung zu geben. „Ich liebe es, nicht nur neue, sondern auch Vintage-Textilien zu verwenden“, so Matthias. „Lass dich bei der Zusammenstellung von der Einrichtung eines alten Schlosses in England oder Frankreich inspirieren, in denen von Generation zu Generation neue Möbel und Dekostücke ergänzt wurden. Matthias liebt ein Potpourri an verschiedenen Dingen und auch, wenn du es am Anfang vielleicht nicht vermuten würdest, sieht das Endergebnis meist überraschend stimmig aus – und nicht chaotisch.

Lichtquellen

Unterschätze niemals die Kraft von Licht, denn mit der richtigen Beleuchtung kannst du die komplette Stimmung im Raum verändern. „Ich bin schockiert, wie furchtbar grell viele Glühbirnen heute sind! Dieses kühle bläuliche Licht killt den Vibe in jeder noch so liebevoll eingerichteten Wohnung“, so Matthias. Entgegenwirken kannst du dem, indem du statt einer großen Lichtquelle mehrere kleine verwendest – die jeweils Warmlichtglühbirnen haben. 

Individualität

„Ich denke, wenn du tolle Textilien, interessante Bücher und wunderschöne Blumensträuße oder Topfpflanzen hast, kannst du sogar eine Matratze auf dem Fußboden statt eines Betts haben – und trotzdem werden alle sagen, dass du die coolste Wohnung hast, die sie je gesehen haben. Wenn es bei dir keine dieser persönlichen Dinge gibt, kann deine Wohnung noch so schön geschnitten und deine Möbel noch so stylisch sein, am Ende wird sie einfach nur wie eine Suite in einem Luxushotel wirken, statt wie ein Zuhause“, so Matthias. Hol die kitschigen Urlaubsmitbringsel, die bunten Sammelteller oder die Plattensammlung, die du während des Minimalismus versteckt hast, also wieder raus und setz sie richtig schön in Szene!
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