Diese jüdischen Hipster revolutionieren orthodoxe Mode

Bist du für eine Fashion-Story bereit, die mal so ganz anders ist als alle anderen? Anstatt High Heels und Petticoats à la Carrie Bradshaw erkunden wir in unserer New York-Folge von Style Out There den Stil ultraorthodoxer Jüdinnen in Brooklyn.
Wir befinden uns also im Big Apple, der Stadt, die niemals schläft und so progressiv ist wie kaum eine andere (außer Berlin natürlich!). Inmitten dieses kunterbunten Wirrwarrs der Millionenmetropole leben die Chassidim, eine Gruppe streng religiöser Juden, die aus Osteuropa stammt, und deren Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Auf der Flucht vor den Nazis haben sie sich unter anderem in New York niedergelassen, wo sie mittlerweile eine der größten chassidischen Gemeinden außerhalb Israels bilden. Überquert man den Fluss, der Manhattan von Brooklyn trennt, landet man im Zentrum der Chassidim und somit in einer Parallelwelt, die ganz klare Regeln hat. Die Ladenschilder, Schulbusse und öffentlichen Gebäude sind mit hebräischen Schriftzügen versehen. Die Männer haben lange Bärte, eingedrehte Schläfenlocken und hohe Hüte auf dem Kopf; die Frauen sind in lange Röcke gehüllt, tragen blickdichte Strümpfe und Perücken.
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Das Leben der Chassidim folgt strikten Gesetzten und das selbe gilt auch für ihre Mode. Die Grundregeln: Knie, Ellbogen und Schlüsselbein müssen bedeckt sein. Lange Röcke sind ein Muss, und verheiratete Frauen tragen eine Perücke.
Für moderne und modebewusste Frauen mag das zunächst nach strenger Einschränkung klingen. Für die chassidischen Modedesignerinnen Mimi Hecht und Mushky Notik müssen sich orthodoxe Sittsamkeit und modische Kreativität jedoch nicht zwangsläufig widersprechen. Religiöse Kleidungsstücke müssen demnach auch nicht langweilig, eintönig oder grau sein. Und so sind die Modelle ihrer Marke Mimu Maxi auch revolutionär – stylisch und trotzdem den Regeln ihrer orthodoxen Religion entsprechend.
Doch wie kann Mode Spiritualität widerspiegeln? Mimi und Mushky finden, dass der Kleidungsstil das Innere einer Person nach außen kehrt und so auch ihre Spiritualität unterstreicht. Durch ihre Designs haben sie zu sich selbst gefunden und ihre Religion in Mode übersetzt. Ein toller Nebeneffekt: Ihre Marke verbindet und weicht die oft sehr harten Grenzen zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften auf. Frauen verschiedenster Religionen legen Wert auf die Bedeckung bestimmter Körperteile und so hat sich ein grenzüberschreitender Dialog zwischen Frauen entwickelt, die nach aufregender und trotzdem sittsamer Mode schauen.
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