Sind vegane Wandfarben der neue Interiortrend?

Foto: Megan Madden
Im März oder April kommt das erste Kind von Meghan Markle und Prince Harry zur Welt und dann werden wir sicher nur so mit Fotos und Infos überschwemmt. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, verraten ich dir jetzt schon mal, wie das Kinderzimmer aussehen wird. Oder besser gesagt, mit welcher Farbe die Wände gestrichen wurden.
Natürlich ist Harry nicht einfach in den nächsten Baumarkt spaziert und hat irgendeine x-beliebige Farbe gekauft! Stattdessen hat sich das Paar ganz bewusst für ein veganes Produkt entschieden. Eine anonyme Quelle – davon scheint es eine ganze Menge im Kreise der Royals zu geben – erzählte The Sun: „Statt für eine angesagte Marke wie Farrow and Ball in einem trendigen Farbton wie Wevet, Peignoir oder Pavilion Grey entschieden sie sich für eine Auro-Farbe von The Organic & Natural Paint Co.“ Richtig geschlussfolgert: Nicht jede Farbe ist vegan.
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Laut Deborah DiMare, der Chefin der veganen Designfirma DeMare Design und der Website VeganDesign.org, enthalten die meisten Wandfarben Schellack (ein von Schildläusen abgesondertes Harz), Ochsengalle und Kasein (Proteinanteil in Kuhmilch). Diese Zusätze sind mit einer veganen Lebensweise nicht vereinbar. Außerdem meint DiMare, komplett vegane Innenräume seien gesünder (einleuchtend), weniger toxisch (auch) und würden für gute Energie sorgen (äh...). Aber das ist noch nicht alles: Wie du vielleicht weißt, entsteht während der Verdauung bei Wiederkäuern das Spurengas Methan, welches für die Umwelt ziemlich uncool ist – Stichwort: Treibhauseffekt. Wenn wir also nicht-vegane Farbe verwenden, brauchen wir mehr Kühe wegen des Kaseins, diese produzieren somit mehr Methan.
Noch ein Argument gegen traditionelle, nicht-vegane Wandfarbe ist der unangenehme Geruch, der durch die Milchauszüge entstehen kann. Bei veganen Produkten soll das nicht der Fall sein. „Anstelle von Milch-Kasein verwenden wir pflanzliches Kasein oder Legumin (Pflanzenkäsestoffe) als Bindemittel“, erklärt Travis Pfohl von Unearthed Paints. „Besonders oft streichen wir Kinderzimmer und manchmal auch andere Räume, wenn Erwachsene mit gesundheitlichen Problemen sicherstellen wollen, in einer schadstofffreien Umgebung zu leben“, so Pfohl.
Foto: Karwai Tang/WireImage
Ich weiß natürlich nicht, ob die komplette Einrichtung von Megans Kinderzimmer vegan sein wird – auf jeden Fall wird sie „chic“ sein. Was jedoch nicht unwahrscheinlich ist, ist, dass ihre Entscheidung für eine vegane Wandfarbe den nächsten Interiortrend auslösen könnte. Auch weil laut DiMare ethische Vertretbarkeit eine immer größere Rolle spielt, was auf unser Wissen und unser Bewusstsein zurückzuführen ist. „Millennials sind sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst“, so DiMare. Und eine höhere Nachfrage könnte dann wiederum dazu führen, dass die Hersteller von herkömmlichen Wandfarben demnächst auch vegane Optionen anbieten – im Moment gibt es sie auf dem deutschen Markt nämlich nur von kleineren, nicht so weit verbreiteten Marken wie Auro, Kreidezeit oder Rügenfarben.
So weit die Theorie, zurück zur Praxis. Laut DiMare sollen sich die veganen Alternativen, was den Farbauftrag und Optik angeht, genau wie normale Farbe verhalten, was ja schon mal ganz praktisch ist. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: Für welchen Farbton haben sich Meghan und Harry denn jetzt entschieden? Antwort: geschlechtsneutrale Weiß- und Grautöne. Der Grund dafür könnte natürlich sein, dass sie noch nicht wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Vielleicht (und sehr wahrscheinlich) haben sie aber auch einfach keine Lust auf Blau oder Rosa und die damit einhergehenden heteronomativen Quatsch-Implikationen.
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