Was es bedeutet, wenn du von einer Schwangerschaft träumst

Foto: Kerstin Rothkopf.
Vielleicht machst du einen Schwangerschaftstest. Oder du bist auf dem Weg in den Kreißsaal. Oder aber liegst du ganz entspannt auf dem Sofa und balancierst einen Teller auf deinem Babybauch. Wie auch immer dein Schwangerschaftstraum genau aussieht, wahrscheinlich wachst du am nächsten Morgen auf und bist erst Mal leicht durcheinander – besonders, wenn du im echten Leben gar nicht schwanger bist.
Laut der Traumanalystin Stephanie Gailing symbolisieren Schwangerschaftsträume oft die Beziehung zwischen der träumenden Person und deren Kreativität. Will heißen: Im Traum bist du körperlich schwanger, in der Realität trägst du aber vielleicht einfach nur eine Idee oder ein Projekt unterm Herz. Eventuell steht eine Deadline kurz bevor und sorgt dafür, dass du das Thema mit in den Schlaf nimmst und versinnbildlichst. Möglicherweise zögerst du es auch schon lange hinaus, eine Idee mit anderen zu teilen und dein Unterbewusstsein will dich dazu zwingen. Diese Art von Träumen kann dir dabei helfen, dich und dein kreatives Potential selbst besser zu verstehen, so Gailing. Wenn du von einer ungeplanten Schwangerschaft träumst oder davon, ein Monster auf die Welt zu bringen, könnte das auf einen Mangel an Selbstvertrauen in Bezug auf deine Vision hindeuten. Träumst du von einer glücklichen, gesunden Schwangerschaft, freust du dich dagegen darauf, dich selbst künstlerisch auszudrücken.
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Manchmal kann ein Schwangerschaftstraum schlicht und einfach auch zeigen, was du über eine Schwangerschaft denkst. „Mutter (oder Vater) zu werden oder zu sein, ist eines der fundamentalen Themen im Leben vieler Menschen“, sagt Gailing und ergänzt, es sei absolut nachvollziehbar, von einer Schwangerschaft zu träumen, wenn du eine starke Meinung dazu hast – sei sie positiv oder negativ.
Aber das waren noch nicht alle möglichen Erklärungen für deine nächtlichen Fantasien.
Der Paar- und Psychotherapeut Matt Lundquist meint, Schwangerschaftsträume können auch auf Themen wie Sexualität, Beziehung, unerfüllte Wünsche oder unterbewusste Ängste hinweisen. Wenn Babys und Kreativität also gerade keine Rolle bei dir spielen, solltest du mal darüber nachdenken, welche Bereiche deines Lebens durch Unsicherheiten oder Unruhen geprägt werden. Ein Traumtagebuch kann hier sehr hilfreich sein.
Lundquist betont, wie wichtig es ist, unvoreingenommen an das Thema Traumdeutung zu gehen – vor allem, weil diese sehr wild oder zweideutig ausfallen kann. Eine Sache haben jedoch alle Interpretationen gemein: Bei allen geht es um irgendeine Form von Wandel. Ob du mitten in einem aufregenden Projekt steckst, darüber nachdenkst eine Familie zu gründen oder sonstige Veränderungen in deinem beruflichen oder privaten Leben anstehen, es ist nicht unwahrscheinlich, dass dir dein Unterbewusstsein etwas sagen will. Also hör hin. Wenn du am nächsten Morgen mit einem breiten Grinsen auf den Lippen aufwachst, wenn du an deinen Schwangerschaftstraum denkst, ist es vielleicht Zeit, die Veränderung in deinem Leben willkommen zu heißen. Bist du eher durcheinander oder sogar traurig, könnte es sein, dass du befürchtest, die Kontrolle über diesen Bereich deines Lebens verloren zu haben. In dem Fall wirst du den Wandel zwar auch nicht aufhalten können, aber vielleicht findest du ja einen Weg, besser mit ihm umzugehen.
„Träume können sehr wertvoll sein, weil sie uns dazu bringen, dass wir uns bestimmte Fragen stellen“, erklärt Gailing. Wenn du also das nächste Mal träumst, du wärst schwanger, schreib dir doch einfach auf, wie du dich während und nach dem Traum gefühlt hast und was dir durch den Kopf ging. Und dann kannst du dich der Sache auch im echten Leben stellen. Dein Unterbewusstsein beschäftigt das Thema anscheinend eh schon, also ist es eher sinnlos, sich davor zu verstecken oder es zu ignorieren.
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