Adwoa Aboah über Stil, Manieren und Gurls Talk

Bibi Cornejo Borthwick / Farfetch
Der Luxus-Onlinehändler Farfetch hat kürzlich gerelauncht. Nicht nur, dass die Seite nun einen neuen Look hat, ab sofort gibt es auch Farfetch Communities. Hierfür hat das Unternehmen die coolsten und stilsichersten Akteur*innen der Modebranche gebeten, ihre Lieblingsstücke dieser Saison auszuwählen. Um den Stil von Persönlichkeiten wie Chloë Sevigny und Riz Ahmed besser zu verstehen, erzählen die Stars im Interview, wie sie ihre Kleidung auswählen, was ihre Garderobe inspiriert und ohne welche Teile sie nicht leben können.
Eine der interessantesten Persönlichkeiten dieser Reihe ist Model Adwoa Aboah. Nicht nur, dass sie von allen großen Modehäusern von Fendi über Miu Miu bis Burberry gebucht wird. Sie betreibt darüber hinaus Gurls Talk, ihre digitale Plattform für junge Frauen, in der sie Themen wie Bildung, psychische Gesundheit, Depression, Sexualität, Self-care, Beziehungen und Gesundheit behandelt. Ein Model, das wirklich etwas zu sagen hat: Kein Wunder, dass sie die Branche im Sturm erobert hat.
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Hier erfährst du, was Adwoa Aboah über Authentizität zu sagen hat, wie sie versucht, Protest auszuüben und wieso sie den Stil ihrer Mutter klaut.
Meine Eltern haben einen tollen Stil. Sie haben fast so etwas wie eine Uniform, was ich irgendwie beneide.
Ich würde sagen, dass mein Stil ziemlich verwirrt ist, was meine Persönlichkeit manchmal ganz gut widerspiegelt. Wie ich mich anziehe, ist sehr emotional geprägt. Wenn ich traurig bin, wird es widersprüchlicherweise bunter. Wenn ich mich ganz neutral fühle, kann es sogar mal ein wenig langweilig werden. Abends mag ich es dann gemütlich. Ich habe definitiv Teile [meines Stils] von meinen Eltern übernommen - ob es nun die weißen Hemden meiner Mutter oder die Trainingsanzüge meines Vaters sind.
Ich hatte viele Paten, als ich aufgewachsen bin. Insbesondere der Bühnenbildner Michael Howells ist jemand, zu dem ich wirklich aufgeschaut habe.
Sie alle haben mir so viel beigebracht. Meine Paten, Tanten, Onkel sowie meiner Mutter und mein Vater haben sehr darauf geachtet, dass ich Manieren lerne. Ich habe so manchen Fehler gemacht, aber Sachen wie einen Dankesbrief schreiben oder den Tisch abräumen sind einfach Verhaltensweisen, die fest in mir verankert sind. Es ist interessant, dass ich längere Zeit nicht darauf gehört habe, was sie mir beigebracht haben, bis ich an einen Punkt kam, an dem ich begriff, wie wichtig diese Dinge im Leben sind.

Ich bin durch und durch ich selbst. Und wenn sich andere an mir ein Beispiel für ihre eigene Entwicklung nehmen, dann ist das eine super Message, die ich vermittele.

Nachdem ich das italienische Vogue-Cover, das Tim Walker geschootet hat, sah, habe ich mich das erste Mal richtig stolz gefühlt.
Weil ich mich selbst sah. Ich hatte nicht das Gefühl, dass man mich verändert hatte oder versucht hat, mich irgendwie anders aussehen zu lassen. Ich erkannte mich hierin selbst wieder, und das hat mich sehr glücklich gemacht. Ich glaube, dass es einfach meine Aufgabe [in der Modebranche] ist, superauthentisch zu sein. Kompromisslos ich selbst zu sein. Ich bin durch und durch ich selbst. Und wenn sich andere an mir ein Beispiel für ihre eigene Entwicklung nehmen, dann ist das eine super Message, die ich vermittele.
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Ich bin definitiv der Meinung, dass ich eine große Verantwortung habe. Sowohl eine, die mir vielleicht gegeben wurde als auch eine, die ich mir selbst aufgebürdet habe.
Aufgrund der Dinge, die ich erlebt habe und der Dinge, die ich gelernt habe, trage ich eine Verantwortung.Ich fühle mich massiv dafür verantwortlich, etwas zurückzugeben. Und in Bezug auf die Branche - ich denke nicht, dass das nur für die Modebranche gilt - denke ich, dass es die Aufgabe von allen Menschen, die Karriere machen, ist, eine übergeordnete Botschaft zu vermitteln. Und das kannst du durch die Kleidung, die du herstellst, die Menschen, mit denen du arbeitest, oder die Bilder, die du herausbringst, erreichen.
Ich habe Gurls Talk auf meiner eigenen Entwicklung basierend gegründet.
Es ging darum, einen sicheren Ort zu schaffen, in dem alle Themen geteilt werden können. Ob Periode, Freund*innen, Sex oder psychische Gesundheit - alles, worüber mit mir nicht wirklich gesprochen wurde (als ich jünger war). Ich wollte einen Raum schaffen, in dem wir uns dafür einsetzen können, über diese Dinge zu sprechen. Es begann als Online-Plattform und mittlerweile machen wir auch Veranstaltungen. Ich denke, dass wir in diesem Jahr viel mehr Aktionsarbeit leisten werden, sowohl politische als auch forschungsbasierte Projekte. Das ist wirklich meine absolute Lieblingsbeschäftigung.
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